Europa

Macron: "Weltkrieg neuer Art" – Russland weist Vorwurf von Politisierung der Impfstoffe zurück

Frankreichs Präsident bezichtigt Russland, die Impfstoffe zu missbrauchen, um Einfluss auf die EU auszuüben. Der Pressesprecher des russischen Präsidenten stellt klar: Russland hatte niemals solche Ambitionen. "Wir stimmen absolut nicht zu, dass Russland oder China eine Art Krieg führen würden."
Macron: "Weltkrieg neuer Art" – Russland weist Vorwurf von Politisierung der Impfstoffe zurückQuelle: AFP © BENOIT TESSIER / POOL / AFP

Frankreich unterstellt Russland eine Politisierung in der Bereitstellung von Corona-Impfstoffen. Auf dem Online-Gipfel der EU am Donnerstag sprach der französische Präsident Emmanuel Macron von einem "Weltkrieg neuer Art". Russland und China würden versuchen, durch die Corona-Impfstoffe Einfluss auf die EU auszuüben. Die EU müsse sich wappnen und selbst Impfstoffe im großen Stil produzieren. Macron betonte im Angesicht "von Angriffen und Destabilisierungsversuchen" sowie "russischer und chinesischer Einflussnahme" müsse die EU, "wenn wir uns halten wollen, souverän sein".

Am Freitag legte der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian nach und sagte, dass es sich bei dem Angebot Russlands, seinen Corona-Impfstoff Sputnik V der EU zur Verfügung zu stellen, "eher um ein Mittel der Propaganda und der aggressiven Diplomatie als um eines der Solidarität und der Gesundheitshilfe" handle. Russland wie China würden die Impfstoff-Frage missbrauchen, um "politischen Einfluss" auszuüben. Le Drian kritisierte, dass beide Staaten ihre Vakzine im Ausland anböten und damit "eine Politik der Beeinflussung" ausübten – so etwa in Tunesien und dem Senegal. Beide Staaten sind ehemalige Kolonien Frankreichs.

Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, bezog am Freitag Stellung zu den von der französischen Regierung erhobenen Anschuldigungen. Peskow macht deutlich:

"Russland hatte keine Ambitionen, die Impfstoffe zu politisieren oder die Impfstoffe gar als Instrument der Einflussnahme zu gebrauchen – und wird niemals so eine Ambition haben."

Der Kreml widersprict laut Peskow mit Nachdruck, Russland oder China würden irgendeine Art von Krieg mit den Impfstoffen ausfechten wollen:

"Dies Aussagen von Macron gehören wohl zu den Punkten, in denen wir absolut nicht übereinstimmen. Wir stimmen absolut nicht zu, dass Russland oder China eine Art Krieg führen würden. Und wir stimmen absolut nicht zu, dass Russland oder China die Corona-Pandemie oder das Impfthema zu ihrem Vorteil ausnutzen würden."

Über Twitter meldeten sich auch die Entwickler des Impfstoffes Sputnik V zu Wort und antworteten auf Macrons Äußerungen:

"Lieber Emmanuel Macron, die Impfstoffe außerhalb der Politik zu halten, ist unsere größte Hoffnung für den Weltfrieden und nicht für Krieg."

Russland habe Frankreich angeboten, dem Vorbild von zehn weiteren Staaten zu folgen und den Impfstoff Sputnik V selbst zu produzieren.

"Die Herstellung von unterschiedlichen Impfstoffen ist der Weg zu einer Vakzin-Unabhängigkeit. Gemeinsam sind wir stärker!"

Mittlerweile ist der russische Impfstoff Sputnik V in 57 Ländern weltweit zugelassen, nachdem am Freitag die karibische Nation Antigua und Barbuda die Zulassung bekannt gaben. Eine EU-Zulassung steht nach wie vor aus. Der EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton erklärte vor Kurzem, die EU habe "absolut keinen Bedarf" an Sputnik V, weil Brüssel bereits vier andere Impfstoffe genehmigt hätte, die für eine Herdenimmunität ausreichen würden.

Auf diese Aussagen nahm die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, Bezug und nannte das ein "politisierendes Herantreten" an den Impfstoff Sputnik V. Sacharowa warnte vor einer Politisierung der EU-Zulassung für Sputnik V:

"Wir hoffen die Sichtweise der EU-Kommission auf Sputnik V – oder auf ihre eigenen Bürger und der Lösung eines globalen Problems – wird nicht die Geschwindigkeit der Begutachtung der russischen Anfrage nach Zulassung des Vakzins durch die Europäische Arzneimittelbehöre beeinflussen."

Mehr zum Thema - Druck auf Brüssel: Deutschland will EU-weite Beschaffung vom Impfstoff Sputnik V

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