Europa

Moskau: EU und Russland würden von einer Normalisierung ihrer Beziehungen profitieren

Russland und die EU mögen sich an einem Tiefpunkt in ihren Beziehungen befinden, aber die natürlichen Interessen beider Seiten erfordern es, sie ungeachtet der bestehenden Differenzen zu verbessern. Darauf wies Moskaus oberster Gesandter bei der EU gegenüber RT hin.
Moskau: EU und Russland würden von einer Normalisierung ihrer Beziehungen profitierenQuelle: Reuters

Russlands ständiger Vertreter bei der Europäischen Union Wladimir Tschischow hat RT ein Interview gegeben, in dem er die Notwendigkeit einer Verbesserung der Beziehungen zwischen Moskau und Brüssel ansprach. Er erklärte:

"Ich glaube, sowohl Russland als auch die Europäische Union haben keine andere Option, als zu versuchen, diese Beziehungen wieder zu normalisieren."

Der russische Diplomat äußerte sich zu den jüngsten antirussischen Sanktionen, die die EU in einer offenbar mit Washington abgestimmten Aktion verhängte. Die Restriktionen sollen die Antwort des Westens auf den angeblichen Giftanschlag auf den Politblogger Alexei Nawalny im letzten Jahr und dessen kürzliche Verhaftung sein. Dieser wurde zuvor zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, weil er gegen die Bedingungen seiner Bewährungsstrafe verstoßen hatte.

Die EU formuliere ihre Außenpolitik auf Konsensbasis, daher sei es kein Wunder, dass das Ergebnis ein "kleinster gemeinsamer Nenner" ist, der von den Meinungen derjenigen Mitglieder beeinflusst werde, die Moskau gegenüber feindlicher eingestellt sind, so Tschischow. Dies werde von einzelnen EU-Mitgliedsstaaten, die in dieser Frage mit Russland auf einer Wellenlänge liegen und die aktuelle Kluft beheben wollen, auch unter vier Augen anerkannt.

Dies zeige sich nicht nur in Strafmaßnahmen, sondern auch in der Haltung gegenüber der Gaspipeline Nord Stream 2, die Deutschland als lebenswichtig für seine wirtschaftlichen Interessen betrachtet und die Polen als Bedrohung für die europäische Energiesicherheit bezeichnet, womit es Washingtons Linie folgt.

Dem Projekt ging die Nord Stream-Pipeline voraus, die die EU im Gegensatz zur zweiten Pipeline als ein Projekt von gemeinsamem Interesse behandelte. Eine Meinungsänderung mache wenig Sinn, betonte Tschischow, da "beide [Pipelines] dem gleichen Ziel dienen, die Energiesicherheit der Länder der Europäischen Union zu gewährleisten".

Die EU-Länder und Russland teilen viel mehr als nur die Geografie, sowohl in Bezug auf die zwischenmenschlichen Beziehungen als auch auf die geopolitischen Interessen, sodass beide Seiten von besseren Beziehungen profitieren werden, prognostizierte der russische Diplomat.

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