Europa

Steinmeier warnt vor Beziehungsabbruch zu Russland: Dürfen "nicht alle Verbindungen abreißen"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier warnte in einer virtuellen Ansprache an einen bedeutenden deutschen Wirtschaftsverband davor, sämtliche Beziehungen zu Russland abzubrechen. Man trage auf beiden Seiten die Verantwortung für die Zukunft eines friedlichen Europa.
Steinmeier warnt vor Beziehungsabbruch zu Russland: Dürfen "nicht alle Verbindungen abreißen"Quelle: www.globallookpress.com © Wolfgang Kumm/dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat trotz der angespannten Beziehungen vor einer Abschottung zu Russland gewarnt. "In dieser schwierigen Phase unserer Beziehungen müssen wir darauf achten, dass nicht alle Verbindungen abreißen", sagte Steinmeier am Donnerstag in einer Grußbotschaft beim Virtuellen Jahresauftakt des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft.

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Steinmeier sagte zugleich, der andauernde Konflikt in der Ostukraine belaste die Beziehungen zu Russland weiterhin schwer, ebenso wie die sogenannte "völkerrechtswidrige Annexion" der Krim. Auch könnten Deutschland und Europa nicht stillschweigend hinnehmen, dass der Raum zur freien Meinungsäußerung und zur Entfaltung der russischen Zivilgesellschaft immer massiver eingeschränkt werde.

Der Bundespräsident forderte, der inhaftierte Kreml-Kritiker Alexei Nawalny müsse umgehend freigelassen werden. Mit dem gesamten Vorgehen der letzten Wochen verletzte die russische Regierung Verpflichtungen, die sie selbst national und international zum Schutz der Menschenrechte eingegangen sei. "An diesen Verpflichtungen werden wir Russlands Verhalten auch in Zukunft messen."

Die politische Schlussfolgerung dürfe nun aber nicht Desinteresse, Gleichgültigkeit oder Abschottung sein, obwohl vieles darauf hindeute, dass Russlands Führung das Land zunehmend nach innen orientiere. In den letzten 20 Jahren seien viele Brücken zwischen Ost und West brüchig geworden, so Steinmeier.

"Das ist gerade in Krisenzeiten ein besorgniserregender Zustand, und das sage ich ausdrücklich auch an die Adresse Moskaus. Wir leben in der Gegenwart eines schwierigen Verhältnisses. Aber es gibt eine Vergangenheit davor und eine Zukunft danach. Für die Zukunft eines friedlichen Europas tragen wir auf beiden Seiten Verantwortung."

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(dpa/rt)

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