Europa

Ukraine: Rechtsradikale stürmen Büro des oppositionellen Fernsehsenders

Ukrainische Rechtsradikale fordern die Schließung eines weiteren oppositionellen Fernsehsenders im Land wegen dessen angeblich russlandfreundlichen Berichterstattung. Bei dem Versuch, das Büro des Senders in der Hauptstadt Kiew zu stürmen, kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Mitglieder mehrerer ukrainischer rechtsradikaler Organisationen haben am Donnerstagnachmittag versucht, das Büro des oppositionellen Fernsehsenders Nasch zu stürmen. Sie fordern die Schließung des Senders, weil dessen Berichterstattung nach ihrer Auffassung russlandfreundlich sei.

"Nationalisten haben versucht, zu dem Fernsehsender Nasch vorzudringen", hieß es in einem Bericht des ukrainischen Nachrichtenportals Strana.ua.

Auf einem Video vor Ort ist zu sehen, wie mehrere Dutzend junge Leute versuchen, die Polizeiabsperrung durchzubrechen. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Beamten mussten Tränengas einsetzen, um die Menschenmenge zu zerstreuen. Berichten zufolge sollen mehrere Angreifer festgenommen worden sein.

Der TV-Sender Nasch ist einer der wenigen nicht verbotenen oppositionellen und prorussischen Nachrichtensender in der Ukraine. Die Rechtsradikalen behaupten, dessen Besitzer, Jewgeni Murajew, sei mit dem Chef der oppositionellen Partei "Oppositionsplattform – Für das Leben" Wiktor Medwedtschuk verbunden. Sie fordern von dem Staat, den Sender zu verbieten und dessen Mitarbeiter zur Rechenschaft zu ziehen.

Am Vortag hatte der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij die Entscheidung des Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine umgesetzt, die Ausstrahlung der drei oppositionellen Fernsehsender NewsOne, ZIK und 112 Ukraine ab dem 4. Februar einzustellen. Auch der Abgeordnete des ukrainischen Parlaments Werchowna Rada, Taras Kozak, war von den Sanktionen betroffen. Tara ist Eigentümer des Senders 112 Ukraine. Die Fernsehsender bezeichneten das Verbot in einer gemeinsamen Erklärung als "Abrechnung mit unbequemen Medien". Sie sind jedoch weiterhin auf YouTube verfügbar.

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