Europa

Dänische Behörde bestätigt: Bau von Nord Stream 2 geht am 15. Januar weiter

Das Betreiberkonsortium der Ostseepipeline Nord Stream 2 hat sämtliche Auflagen erfüllt und kann daher mit dem Weiterbau in den dänischen Gewässern ab Mitte Januar fortfahren. Das bestätigte die Dänische Energieverwaltung am Donnerstag in Kopenhagen.
Dänische Behörde bestätigt: Bau von Nord Stream 2 geht am 15. Januar weiterQuelle: www.globallookpress.com © Stefan Sauer / ZB

An der umstrittenen deutsch-russischen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 soll ab Mitte Januar in dänischen Gewässern weitergebaut werden. Wie ein Sprecher der Dänischen Energieverwaltung am Donnerstag der dpa mitteilte, erhielt die Behörde einen dafür erforderlichen Zeitplan. Daraus gehe hervor, dass die Rohrverlegearbeiten in dänischen Gewässern planmäßig am 15. Januar fortgesetzt werden sollten.

Dieses Datum hatten zuletzt auch russische Medien unter Berufung auf dänische Behörden genannt. Am Mittwoch meldeten russische Agenturen, dass das auf die Verlegung von Rohren spezialisierte Verlegeschiff "Akademik Tscherski" (Anm.: benannt nach dem sowjetischen Erdöl- und Erdgas-Erkundungsspezialisten Nikolai Wassiljewitsch Tscherskij) ins Gebiet der Baustelle zurückgekehrt sei. Zuvor habe das Schiff etwa einen Monat lang in der russischen Exklave Kaliningrad vor Anker gelegen.

Die dänische Energieverwaltung (Energistyrelsen) hatte dem Bau der Gas-Pipeline im Oktober 2019 ihre Zustimmung erteilt. Demnach darf ein 147 Kilometer langer Teil auf dem dänischen Kontinentalsockel südöstlich von Bornholm durch die Ostsee verlaufen. Um weiterbauen zu können, musste dieser Behörde aber ein entsprechender Zeitplan vorgelegt werden. Nochmals genehmigt werden muss dieser Plan nun nicht.

Nord Stream 2 ist zum größten Teil fertiggestellt. Durch die beiden jeweils rund 1.200 Kilometer langen Pipeline-Rohre sollen – neben der seit fast zehn Jahren erfolgreich betriebenen Pipeline Nord Stream – pro Jahr weitere 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland fließen. Das Milliardenprojekt ist aber umstritten. Die USA laufen unter anderem Sturm dagegen, weil sie angeblich eine zu große Abhängigkeit ihrer Partner in Europa von russischem Gas befürchten. Sie wollen schon lange die Fertigstellung mit Sanktionsdrohungen verhindern. Kritiker werfen den USA vor, lediglich verstärkt ihr eigenes Flüssiggas besser nach Europa verkaufen zu wollen.

Am Donnerstag hatte der Landtag in Schwerin den Weg frei gemacht für die Gründung einer landeseigenen Umwelt-Stiftung, mit der die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns auch die Fertigstellung der Pipeline unterstützen will.

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(rt/dpa)