London weist britische Supermärkte aus Sorge vor No-Deal-Brexit zum Horten von Lebensmitteln an

Eine weitere Gesprächsrunde zwischen Großbritannien und der EU scheint in einer Sackgasse zu enden. Britische Minister haben Berichten zufolge Einzelhändlern empfohlen, Lebensmittel zu lagern, da sie im Falle eines No-Deal-Brexit eine Verknappung befürchten.

Die britische Regierung hat Supermärkte und Lieferanten von Medikamenten, medizinischen Geräten und Impfstoffen angewiesen, Waren für einen Vorrat von sechs Wochen an sicheren Orten im Vereinigten Königreich zu horten. Das berichtete die Sunday Times.

Premierminister Boris Johnson soll Berichten zufolge die Kontrolle über die Planung übernehmen, falls sich Großbritannien entscheidet, keinen Deal mit der EU einzugehen. Hierfür soll er einem operativen Exit-Komitee vorsitzen, um eine passende Reaktion vorzubereiten.

Die britischen Kabinettsminister planen ein Rettungspaket von bis zu 10 Milliarden Pfund (11 Milliarden Euro), um Branchen zu unterstützen, die von einem No-Deal-Brexit am stärksten betroffen sein werden, berichtete der Sunday Telegraph. Das Hilfspaket umfasst Berichten zufolge Angebote für Schafzüchter, Fischer, Autohersteller und Chemielieferanten.

Großbritannien verließ die EU offiziell am 31. Januar 2020, behielt aber alle Handels- und Wirtschaftsvorteile bis zum 31. Dezember dieses Jahres im Rahmen einer Übergangszeit für den Austritt aus dem EU-Wirtschaftsraum bei. London und Brüssel versuchen zurzeit noch Unstimmigkeiten in mehreren Fragen zu klären, um ein mögliches Freihandelsabkommen für die Post-Brexit-Zeit zu erreichen. Die wichtigsten Knackpunkte in den Verhandlungen sind die Fischereirechte, die Höhe der staatlichen Beihilfen für Unternehmen und ein Streitbeilegungsmechanismus, der für künftige Abkommen gelten soll.

Es wird erwartet, dass der drohende No-Deal-Brexit zu Handelsunterbrechungen führen wird, da britische Lieferanten aufgrund von EU-Zöllen ausgesperrt sein werden. Gleichzeitig würde ein derartiges Ende der Partnerschaft zwischen der EU und Großbritannien Berichten zufolge die Wirtschaft in Europa schädigen, Probleme an den Grenzen verursachen und ein Chaos in den Lieferketten in der Eurozone und darüber hinaus auslösen.

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