Europa

Streit um Mohammed-Karikaturen: Macron zeigt Mitgefühl für Muslime

Der Mord an einem Lehrer in Frankreich aufgrund von Mohammed-Karikaturen entfachte eine Diskussion um Meinungsfreiheit, Proteste und eine Krise zwischen den Regierungen in Paris und Ankara. Der französische Präsident zeigte sich in einem Interview versöhnlich gegenüber Muslimen.
Streit um Mohammed-Karikaturen: Macron zeigt Mitgefühl für MuslimeQuelle: www.globallookpress.com © Hindustan Times via www.imago-im

In einem Interview mitAl-Jazeera am Samstag äußerte sich der französische Präsident Emmanuel Macron, er verstehe die Gefühle, die durch die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen des Satiremagazins Charlie Hebdo geweckt worden seien, und er respektiere sie.

Dennoch bekräftigte er seine mehrfach geäußerte Haltung, wonach Karikaturen und Zeichnungen durch die Meinungsfreiheit geschützt sind. 

Macron sagte, er verstehe die Gefühle, die durch die Veröffentlichung geweckt worden seien, und er respektiere sie. Er bekräftigte seine mehrfach geäußerte Haltung, wonach Karikaturen und Zeichnungen durch die Meinungsfreiheit geschützt sind. «Ich habe es auch vielen Führungspersönlichkeiten gesagt: In Frankreich ist die Presse frei.»

Den "radikalen Islam" werde er weiterhin bekämpfen. Denn dieser stelle nicht nur eine Bedrohung für alle Menschen, insbesondere für Muslime dar: 

Ich verstehe die zum Ausdruck gebrachten Gefühle und respektiere sie. Aber Sie müssen meine Rolle jetzt verstehen, sie besteht darin, zwei Dinge zu tun: die Ruhe zu fördern und auch diese Rechte zu schützen.

Ich werde in meinem Land immer die Freiheit verteidigen zu sprechen, zu schreiben, zu denken und zu zeichnen. 

Anfang Oktober hatte Macron betont, der Islam befinde sich in einer weltweiten Krise und benötige eine Reform.

Der Lehrer Samuel Paty war am 16. Oktober wegen früherer Mohammed-Karikaturen, die er seinen Schülern im Unterricht zum Thema Meinungsfreiheit gezeigt hatte, geköpft worden. Nach vorausgegangenen mehrfachen Drohungen hatte er bei der Polizei um Hilfe gebeten, die nicht erhört wurden. Der junge Täter, ein 18 Jahre alter Mann tschetschenischer Herkunft, lauerte ihm nach Unterrichtsschluss auf und köpfte den Mann. Der Täter wurde von der Polizei erschossen.

Macron kündigte daraufhin an, Moscheen und andere muslimische Einrichtungen stärker zu kontrollieren. Es folgten Festnahmen. Macron betonte, Blasphemie sei ein Recht. 

Spannungen zwischen der französischen Regierung und der muslimischen Welt

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan rief zum Boykott französischer Produkte auf und forderte, Macron müsse seinen "Geisteszustand" untersuchen lassen.  

Das Satiremagazin Charlie Hebdo ist durch seine bissigen Karikaturen bekannt. In einer jüngsten Ausgabe veröffentlichte es eine weitere Karikatur, die den türkischen Präsidenten Erdoğan darstellen sollte. Hierbei ist der türkische Präsident in weißem Oberteil und Unterhose auf einem Sessel sitzend zu sehen. Er hält eine Dose in der Hand und hebt die Kleidung einer verschleierten Frau hoch, um ihr nacktes Hinterteil zu enthüllen. Dazu heißt es in einer Sprechblase: "Ohh! Der Prophet!" Die Seite ist betitelt: "Erdoğan: Privat ist er sehr lustig.

Macron wirft dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan weiterhin vor, sich "kriegerisch" zu verhalten: 

Die Türkei hat eine kriegerische Haltung gegenüber ihren NATO-Verbündeten. 

Frankreich kommt indes nicht zur Ruhe. In Nizza folgte ein weiteres Attentat, bei dem ein Mann in eine Basilika eindrang. Eine Frau wurde geköpft, der Küster erstochen und eine weitere Frau erlag ihren Verletzungen, nachdem sie sich aus dem Gotteshaus retten konnte. Der Täter soll ein aus Tunesien stammender Flüchtling sein. Er wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Am Samstag wurde andernorts ein Priester durch Schüsse schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter wurde verhaftet.

Als Reaktion auf die weltweiten Proteste gegen seine Person und seine Politik sprach Macron von "Verzerrungen". Die Menschen machten den Fehler, dass die Karikaturen eine Schöpfung des französischen Staates seien:

Die Karikaturen sind kein Regierungsprojekt, sondern entstanden aus freien und unabhängigen Publikationen, die nicht mit der Regierung verbunden sind.

Im Jahr 2015 wurden mehrere Mitarbeiter der Redaktion von Charlie Hebdo Opfer eines Terroranschlags. Dabei wurden 12 Menschen getötet.   

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