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Tichanowskaja stellt Ultimatum an Lukaschenko: Rücktritt oder landesweite Streiks

Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin und Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja stellte dem weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko ein Ultimatum. Die derzeitige Regierung habe 13 Tage Zeit, um alle Forderungen zu erfüllen.
Tichanowskaja stellt Ultimatum an Lukaschenko: Rücktritt oder landesweite StreiksQuelle: AFP © JOHN MACDOUGALL / AFP

Tichanowskajas Forderungen zufolge muss Alexander Lukaschenko binnen 13 Tagen seinen Rücktritt bekannt geben. Die Gewalt in den Straßen müsse vollständig eingestellt und alle politischen Gefangenen freigelassen werden.

Falls die Forderungen bis zum 25. Oktober nicht erfüllt werden, werde "das ganze Land mit einem Volksultimatum friedlich auf die Straße gehen". Am 26. Oktober würden alle Unternehmen einen nationalen Streik beginnen, alle Straßen blockiert und die Verkäufe in staatlichen Geschäften zusammenbrechen, so Tichanowskaja. Sie wandte sich auf ihrem Telegram-Kanal an den derzeitigen Amtsinhaber:

Sie versuchen, das Leben unseres Landes zu lähmen, ohne zu begreifen, dass Weißrussland stärker ist als das Regime. Falls Sie auf einen Befehl gewartet haben – hier ist der Befehl. Die Erfüllungsfrist läuft bis zum 25. Oktober.

In Weißrussland gibt es seit der Präsidentenwahl am 9. August Proteste und Streiks gegen Lukaschenko, der bereits seit 26 Jahren an der Macht ist. Auslöser sind Vorwürfe der Wahlfälschung. Angesichts des brutalen Vorgehens der Sicherheitskräfte sprach sich unter anderem der deutsche Außenminister Heiko Maas dafür aus, Lukaschenko persönlich mit EU-Sanktionen zu belegen. 

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