Europa

Belomaidan – Zehntausende demonstrieren in Minsk gegen Präsident Lukaschenko

Auch am Sonntag gingen viele Tausend Menschen auf die Straßen der weißrussischen Hauptstadt, um gegen Präsident Alexander Lukaschenko zu protestieren. Die Vorwürfe der Wahlfälschung sind aus ihrer Sicht nicht ausgeräumt. Auch massive Polizeigewalt ist ein Thema.
Belomaidan – Zehntausende demonstrieren in Minsk gegen Präsident LukaschenkoQuelle: AFP © Sergei Gapon

Nach Angaben oppositioneller Medien versammelten sich mehr als hunderttausend Menschen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk zu einer Demonstration gegen den Präsidenten Alexander Lukaschenko. Als Treffpunkt war das weitläufige Gelände um die Siegessäule (Stela Pobedy) angegeben.

Belomaidan an der Stele in Minsk. Es sind sehr viele Leute. Die Telegrammkanäle nennen unterschiedliche Zahlen, 100.000 und mehr. Die Menschen stehen oder bewegen sich jedoch nur herum und skandieren Slogans", heißt es in dem Bericht des ukrainischen Portals stana.ua

Es gebe auch keine Redner oder Anführer, ein detailliertes Programm für die Zukunft liegt nicht vor. Die wichtigsten Slogans der Demonstranten sind Lukaschenkos Rücktritt, die Freilassung der Inhaftierten und die Bestrafung der Verantwortlichen für die Polizeigewalt. Viele schwenken weiß-rote Flaggen – die Staatsfahne der Republik Belarus in den ersten Jahren der Unabhängigkeit, vor dem Amtsantritt Lukaschenkos im Jahr 1994. 

Am Freitag räumte der Innenminister Fehler und "Übertreibungen" bei der Zerschlagung der Proteste durch Spezialeinheiten der Polizei ein. Es wurden bis zu 2.000 Festgenommene freigelassen. Im Internet häufen sich Berichte über Misshandlungen und Folter in der Untersuchungshaft, viele Opfer zeigen Prellungen und Wunden, mehrere Dutzend Personen müssen stationär behandelt werden. Die Empörung über Polizeigewalt ist groß. Dennoch bleiben noch mehrere Tausend Protestler inhaftiert.

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Verschiedene Telegram-Kanäle koordinieren die Menschenmengen und rufen die Demonstranten auf, sich vor dem Regierungsgebäude in einen Konvoi zu begeben, um "den Sieg zu feiern". Die Aktion ist nicht genehmigt, dennoch gibt es keine verstärkte Polizeipräsenz. Morgen werde es einen landesweiten Streik geben, heißt es aus den Reihen der Protestorganisatoren.

Nach Angaben von Journalisten gibt es am Versammlungsort praktisch keine mobile Kommunikation. Auch die Ampeln an der Kreuzung vor der Siegessäule funktionieren nicht, Verkehrspolizisten sind anwesend.

Wenige Stunden zuvor war Lukaschenko vor seinen Anhängern aufgetreten – RT  berichtete. Er zeigte sich kampfbereit und drohte den Streikenden mit Entlassung, falls sie nicht umgehend an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Nach Angaben von Journalisten kamen etwa siebzigtausend Menschen zu der Kundgebung, um den Präsidenten zu unterstützen.

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