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Übergriffe bei Demo gegen Rassismus in London: 14 verletzte Polizisten, über ein Dutzend Festnahmen

Bei Ausschreitungen während eines Marschs gegen Rassismus in London sind 14 Polizisten verletzt worden. Eine berittene Polizistin stieß gegen eine Ampel und fiel vom Pferd. Es kam zu etlichen Festnahmen. Die Behörden verurteilten die Demo mit Blick auf die Corona-Krise scharf.
Übergriffe bei Demo gegen Rassismus in London: 14 verletzte Polizisten, über ein Dutzend FestnahmenQuelle: Reuters © HENRY NICHOLLS

Bei einem Protestmarsch gegen Rassismus in London ist es zu Ausschreitungen gekommen. In der Nähe des Regierungssitzes mitten in der britischen Hauptstadt warfen Demonstranten am frühen Samstagabend mit Flaschen und zündeten Böller. Auf Videos war zu sehen, wie einige Protestler unter anderem berittene Polizisten angriffen.

Augenzeugen hielten den Moment fest, als eine berittene Polizistin mit dem Kopf gegen eine Ampel stieß und vom Pferd fiel. Die Beamtin musste im Krankenhaus behandelt werden. Der Metropolitan Police Service teilte mit, die Polizistin sei außer Lebensgefahr, man werde die Umstände des Vorfalls untersuchen.

Auf einem weiteren Video war zu sehen, wie ein Pferd ohne Reiter durch die Straße galoppierte. Es war zunächst unklar, ob es sich dabei um das Tier der auf den Boden gestürzten Beamtin handelte.

Bei den Ausschreitungen in London wurden insgesamt 14 Polizisten verletzt. Die Polizei nahm mehr als ein Dutzend Demonstranten fest. Die Chefin von Scotland Yard, Cressida Dick, lobte am Sonntag das besonnene Verhalten der Einsatzkräfte. Dabei verurteilte sie die Angriffe auf die Polizei:

Die Zahl der Übergriffe ist schockierend und völlig inakzeptabel. In unserer Stadt gibt es keinen Platz für Gewalt.

13 weitere Einsatzkräfte hatten bei Demonstrationen in den vergangenen Tagen Verletzungen erlitten. Nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA fanden am Wochenende auch Protestmärsche in mehreren britischen Städten statt. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock verurteilte die Demonstrationen mit Blick auf die Corona-Krise scharf. Sie seien ein Risiko und würden gegen die Ausgangsbeschränkungen während der Pandemie verstoßen.

Der Afroamerikaner George Floyd war bei einem Polizeieinsatz in den USA Ende Mai ums Leben gekommen. Der Todesfall löste weltweite Demonstrationen der Initiative "Black Lives matter" ("Schwarze Leben zählen") aus.

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