Europa

Corona und der Hass in Großbritannien: Anti-China Ressentiments deutlich gestiegen

Im Rahmen der Corona-Krise stieg in Großbritannien die Zahl der Hassverbrechen gegen Chinesen deutlich an. Dies belegen Daten der britischen Polizei. Demnach verdreifachte sich fast die Anzahl derartiger Verbrechen im Vergleich zu den vergangenen zwei Jahren.
Corona und der Hass in Großbritannien: Anti-China Ressentiments deutlich gestiegenQuelle: Reuters © Simon Dawson

Die Zahl der Hassverbrechen gegen Chinesen im Vereinigten Königreich ist in den ersten drei Monaten des Jahres während der Corona-Krise deutlich angestiegen. Laut neuen von der britischen Polizei bereitgestellten Daten hat sich die Zahl der kriminellen Übergriffe gegen Chinesen im Vergleich zu den letzten zwei Jahren fast verdreifacht.

Zahlen, die Sky News von 45 britischen Polizeidienststellen und der britischen Verkehrspolizei im Rahmen einer Umfrage erhalten hat, zeigen, dass zwischen Januar und März 2020 267 Straftaten – darunter Übergriffe, Belästigungen, Raubüberfälle und Sachbeschädigungen – verzeichnet wurden.

Die meisten Polizeistellen gaben Daten über Hassverbrechen bekannt, die nur gegen chinesische Opfer verübt wurden, während einige Angaben zu Straftaten machten, die gegen Menschen südostasiatischer Herkunft begangen wurden.

Angesichts der Tatsache, dass im Jahr 2019 insgesamt 375 und im Jahr 2018 360 Straftaten dieser Art verübt wurden, zeichnet die aktuelle Zahl der Hassverbrechen, die gegen die Chinesen im Land verübt wurden, einen Trend, der ein gravierendes Ausmaß annehmen könnte.

Die tatsächliche Zahl dieser Straftaten dürfte sogar noch höher liegen, da einige Behörden im Vereinigten Königreich – darunter die Polizei in Schottland, die Polizei im Großraum Manchester und die Polizei von Nordirland – die Zahl derartiger Straftaten in ihrem Gebiet nicht offenlegten.

Die antichinesische Stimmung während der Coronavirus-Pandemie beschränkte sich jedoch nicht nur auf die Straßen Großbritanniens, da einige britischen Medien sich ebenfalls einer rücksichtslosen Voreingenommenheit schuldig zu machen.

Die Telegraph-Autorin Allison Pearson wurde im März in den sozialen Medien stark kritisiert, nachdem sie von ihrem in China hergestellten iPhone aus twitterte, dass nach der COVID-19-Krise der Besitz von Produkten "Made in China" als "eine Schande" angesehen werden sollte.

Einige britische Medien und Politiker beschuldigten China, versucht zu haben, die Pandemie in den ersten Tagen nach dem Ausbruch zu vertuschen. Man deutete an, dass das Virus möglicherweise versehentlich aus einem virologischen Labor in Wuhan freigesetzt worden sei, wo die Infektion zuerst aufgezeichnet wurde.

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