Nahost

"Die althergebrachte persische Sprache entehrt": Iran empört über Trumps Tweets auf Persisch

Die iranische Regierung hat wegen dessen Unterstützung regierungskritischer Demonstranten in Teheran scharfe Kritik an US-Präsident Donald Trump geübt. Durch seine Twitter-Statements auf Persisch entehre Trump "die althergebrachte Sprache", wozu er "kein Recht" habe, hieß es.
"Die althergebrachte persische Sprache entehrt": Iran empört über Trumps Tweets auf PersischQuelle: AFP © Sajjad Hussain

In einer Reihe von Botschaften an die Teilnehmer der andauernden Antiregierungsproteste in der iranischen Hauptstadt, die durch das iranische Eingeständnis eines versehentlichen Abschusses des ukrainischen Passagierflugzeugs ausgelöst wurden, sowie an die Regierung des Iran stellte sich Trump hinter die Demonstranten und sicherte ihnen seine Unterstützung zu, darunter auch in deren Muttersprache. Daraufhin twitterte der Sprecher des iranischen Außenministeriums Abbas Musawi am Sonntag:

Die Hände und Zungen, die mit Drohungen, Strafmaßnahmen und Terrorisierung des iranischen Volkes verschmiert sind, haben kein Recht dazu, die althergebrachte persische Sprache zu entehren.

Außerdem stellte Musawi die Aufrichtigkeit von Trumps Beistand für die Iraner nach der Ermordung des "Nationalhelden" Qassem Soleimani in Frage:

Übrigens, stehen Sie eigentlich an der Seite der Millionen von Iranern, auf deren Helden Sie soeben einen Mordanschlag verübt haben, oder gegen sie?

Der Luftschlag gegen Soleimani Anfang Januar ist in den USA umstritten. Washington begründete die Operation mit bevorstehenden Angriffen auf US-Bürger, was aus US-Sicht einen Antiterroreinsatz legitimiert. Konfrontiert mit Fragen, welche Gefahr genau drohte und wie unmittelbar die Bedrohung war, ging Trump vergangene Woche über bisherige Äußerungen hinaus und sagte, Soleimani habe amerikanische Botschaften im Visier gehabt. Vor allem eine Aussage in einem Fernsehinterview am Freitag sorgte für Aufmerksamkeit: "Ich kann verraten, dass ich glaube, dass es wahrscheinlich vier Botschaften gewesen wären."

Auf die Frage nach einem Beweis für die von Trump angeführten angeblichen Angriffspläne sagte Verteidigungsminister Mark Esper am Sonntag dem US-Sender CBS: "Ich habe in Bezug auf die vier Botschaften keinen gesehen." Esper betonte, Trump habe von einer Möglichkeit gesprochen. Er teile die Meinung des Präsidenten. "Meine Erwartung war, dass sie es auf unsere Botschaften abgesehen haben." Er fügte hinzu: "Wir hatten Informationen, dass es innerhalb weniger Tage einen Angriff geben würde, der ein breites Ausmaß haben würde, mit anderen Worten: mehr als ein Land."

Teheran hatte die Tötung des Generals mit einem Vergeltungsschlag auf Militärstützpunkte im Irak beantwortet, die von den USA genutzt werden. Dabei wurde eine ukrainische Linienmaschine mit 176 Menschen an Bord abgeschossen. Das Militär räumte erst am Samstag den irrtümlichen Abschuss der Maschine ein. Die gesamte iranische Führung drückte ihr Bedauern über den Vorfall aus.

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(rt deutsch/dpa)

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