Nahost

SOS-Kinderdörfer: Saudi-Arabien missbraucht sudanesische Kinder als Soldaten im Jemen

Ein Ende des Konflikts im Jemen ist nicht in Sicht. Jetzt geben die SOS-Kinderdörfer bekannt, dass sudanesische Kinder im Jemen als Kindersoldaten missbraucht werden. Die Mädchen und Jungen entstammen der armen Darfur-Region. Sie werden entführt und an die Front geschickt.
SOS-Kinderdörfer: Saudi-Arabien missbraucht sudanesische Kinder als Soldaten im JemenQuelle: Reuters © Andreea Campeanu

SOS-Kinderdörfer spricht von Kriegsverbrechen Saudi-Arabiens durch die Rekrutierung von Kindern als Soldaten im Jemen-Konflikt. Rekrutiert oder entführt werden die minderjährigen Kämpfer von der sudanesisch paramilitärischen Gruppe RSF (Rapid Sudanese Forces), die zuvor als Janjaweed bekannt war. Die Gruppe vergewaltigt Mädchen und Frauen, foltert und mordet. Die Veteranen des Darfur-Konflikts kümmern sich um den Nachschub an Kämpfern für den Jemen. 

Mehr zum ThemaFür eine Handvoll Dollar: Saudis setzen im Jemenkrieg sudanesische Kindersoldaten ein

Das Presseportal zitiert Abdelrahman Mubarak, Leiter von SOS-Kinderdörfer im Sudan: 

Sie werden als Soldaten an die Front in einem fremden Land geschickt, viele sind bereits gestorben. Die Familien der Kinder kommen alle aus der Darfur-Region und leben in bitterer Armut, da sind die Eltern leicht zu ködern. Ihnen wird viel Geld versprochen, damit sie ihre Kinder als Soldaten verkaufen. 

Im Jemen-Krieg sind es die sudanesischen Kämpfer, die an der Front eingesetzt werden. Unter den seit 2014 umgekommenen 2.000 sudanesischen Kämpfern seien viele Minderjährige. Einige der Kindersoldaten sind erst zehn Jahre alt.

Die Anführer aus Saudi-Arabien oder den Emiraten geben die Kommandos an die sudanesischen Kämpfer an der Front über GPS-Systeme weiter und halten sich selbst fern der Schusslinie. Auch auf Seiten der Huthis soll es seit 2014 bis zu 18.000 Kindersoldaten gegeben haben, berichtet AP und beruft sich auf einen Anführer der Huthis, der namentlich nicht genannt werden will. Einige der betroffenen Kinder berichteten, aus Schulen entführt worden zu sein, andere schlossen sich in der Hoffnung auf ein besseres Leben der Gruppe freiwillig an.

Im Oktober hieß es von UNICEF, dass mehr als 6.000 Kinder seit Ausbruch des Konflikts im Jemen ums Leben gekommen sind; 85.000 starben an den Folgen von Hunger und Krankheit. Wie viele der minderjährigen Opfer Kinder sind, ist nicht bekannt. Die Vereinten Nationen haben den Jemen-Krieg als die schlimmste humanitäre Krise der Gegenwart bezeichnet. Millionen droht der Hungertod. 

Als Kindersoldaten gelten nach der UN-Kinderrechtskonvention von 1989 alle Teilnehmer an einem Krieg unter 15 Jahren. Eine Zusatzkonvention hob 2002 das Mindestalter auf 18 Jahre. Für UNICEF sind alle unter 18-jährigen Kämpfer Kindersoldaten. UNICEF

Laut Zusatzprotokoll gilt die Rekrutierung von Kindern unter 15 Jahren als Kriegsverbrechen. Mädchen und Jungen unter 18 Jahren dürfen nicht gegen ihren Willen eingezogen werden oder an Kampfhandlungen teilnehmen. Das Zusatzprotokoll hat viel bewirkt und unter anderem dazu beigetragen, dass Verantwortliche erstmals vor dem Internationalen Strafgerichtshof angeklagt wurden.

Die höchste Zahl an Kindersoldaten gibt es im Südsudan. Die weltweite Zahl wird auf 250.000 geschätzt. 

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team