Berichte: Israel beschießt iranische Stellungen südlich von Damaskus

In der Nacht schlugen Raketen auf militärischen Stellungen südlich von Damaskus ein. Zuvor sollen zwei israelische Raketen abgefangen worden sein. Premierminister Netanjahu befindet sich derweil auf Besuch in Moskau, um über die Lage in Syrien zu beraten.

Kurz nach der Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump, aus dem Atomabkommen mit dem Iran auszusteigen, berichteten Medien von Raketeneinschlägen und Schäden südlich von Damaskus. Ziel des Angriffs seien unbestätigten Berichten zufolge iranische Stellungen in der Gegend von Al-Hadschar Al-Aswad gewesen. Es sollen Raketenwerfer und Waffendepots getroffen worden sein.

Vonseiten der israelischen Regierung gab es bisher noch keine Stellungnahme.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA berichtet unter Berufung auf militärische Quellen, die Armee habe zwei israelische Raketen abgefangen und zerstört. Es soll keine Opfer gegeben haben.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte spricht dagegen von neun Opfern. Die Quellen der in London ansässigen Beobachtungsstelle sind jedoch nicht unabhängig überprüfbar.

Eine Quelle aus Beirut äußerte gegenüber RIA Nowosti, es seien vor dem Angriff israelische Flugzeuge im libanesischen Luftraum gesichtet worden.

Israel fürchtet Angriffe von iranischen Einheiten als Vergeltung für die israelischen Luftschläge gegen den syrischen Luftwaffenstützpunkt T4 von Anfang April. Dabei waren sieben iranische Militärberater und Mitglieder der Revolutionsgarden ums Leben gekommen.

Am Dienstag wurden israelische Truppen auf den Golanhöhen in Alarmbereitschaft versetzt, nachdem diese eigenen Angaben zufolge "ungewöhnliche Bewegungen" iranischer Einheiten in Syrien beobachtet hatten.

Der israelische Verteidigungsminister Avigdor Liberman führt derzeit Sicherheitsgespräche mit den Leitern der Verteidigungseinrichtung im Militärhauptquartier, das in Kirya, einem Stadtteil von Tel Aviv-Jaffa, angesiedelt ist.

Premierminister Benjamin Netanjahu befindet sich heute in Moskau, um den Feierlichkeiten zum Tag des Sieges beizuwohnen und mit Präsident Wladimir Putin über die Spannungen in Syrien zu beraten.

(dpa/rt)

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