Nahost

Bei Flugstopp seiner Airlines: Iran droht mit Lahmlegung von Flughäfen in Nachbarländern

Iran droht seinen Nachbarländern mit Vergeltung, sollten diese auf Druck der USA iranische Flüge stoppen. Teheran werde dafür sorgen, dass die Flughäfen betroffener Länder nicht mehr betrieben werden könnten, warnte Sicherheitsratssekretär Mohsen Rezai.
Bei Flugstopp seiner Airlines: Iran droht mit Lahmlegung von Flughäfen in Nachbarländern

Sollten Nachbarländer mit den USA kooperieren und iranische Flüge stoppen, werde Iran dafür sorgen, dass ihre Flughäfen nicht mehr betrieben werden können. Das sagte Mohsen Rezai, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans, am Mittwoch im staatlichen Fernsehen.

US-Finanzminister Scott Bessent hatte am Montag erklärt, dass alle iranischen Fluggesellschaften ab dem 23. September ihren Betrieb einstellen müssten. Hintergrund seien drohende Sekundärsanktionen gegen Anbieter von Luftverkehrsdienstleistungen. Zu diesem Zeitpunkt dauerte der Krieg zwischen den USA und Iran bereits sieben Monate.

Immer mehr Länder setzen den Flugverkehr mit Iran aus, nachdem die USA mit der Stilllegung aller iranischen Airlines gedroht haben. Oman und Aserbaidschan untersagten iranischen Fluggesellschaften ab Mittwoch den Flugbetrieb, während der Irak Flüge nach Bagdad wegen der US-Sanktionen gegen Irans Luftfahrtsektor stoppte. Auch iranische Mahan Air setzte Verbindungen nach Istanbul, Ankara und Maskat aus, Georgien stoppte kommerzielle Flüge nach Tiflis.

Nach Angaben der iranischen Zivilluftfahrtbehörde wurden sämtliche von iranischen Fluggesellschaften durchgeführten Flüge in die Vereinigten Arabischen Emirate seit Mitternacht gestrichen. Das berichtete die iranische Nachrichtenagentur ISNA.

Die USA haben in diesem Monat Dutzende Fluggesellschaften und weitere Unternehmen sanktioniert. Sie werfen ihnen vor, Iran beim "Transport von Waffen und Personal" zu unterstützen. Unternehmen und Einzelpersonen, die weiterhin mit iranischen Airlines zusammenarbeiten, droht der Ausschluss vom internationalen Finanzsystem.

Trotz der von Bessent gesetzten Frist starteten am Mittwoch weiterhin Dutzende Flüge vom wichtigsten Flughafen Teherans, darunter Flüge aus Shanghai.

Die USA warnten, dass Unternehmen und Einzelpersonen, die weiterhin mit iranischen Fluggesellschaften zusammenarbeiten, vom globalen Finanzsystem ausgeschlossen werden könnten.

Unter iranischen Reisenden wächst jedoch die Sorge, dass weitere Verbindungen eingestellt werden könnten. Millionen Iraner leben im Ausland, viele pendeln zwischen Iran und den Nachbarländern, um Verwandte zu besuchen und mit ihren Familien zusammenzukommen.

Die iranische Luftfahrtindustrie leidet bereits seit Jahrzehnten unter Sanktionen, fehlenden Investitionen und Ersatzteilmangel. Wegen der veralteten Flugzeugflotte ist nach Einschätzung von Analysten etwa die Hälfte der rund 250 zivilen Flugzeuge des Landes nicht einsatzfähig.

US-amerikanische und israelische Bombenangriffe während des Höhepunkts des Krieges haben die Lage weiter verschärft. Dabei wurden iranische Flughäfen und Flugzeuge sowie wichtige Infrastruktur wie Radarsysteme schwer beschädigt. Die Behörden haben seitdem Schwierigkeiten, die Schäden zu reparieren.

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