Nahost

Mächtigster General Irans zeigt sich vor Trauerfeier für Chamenei

Rund vier Monate nach seiner Ermordung soll Irans Staatsoberhaupt Ali Chamenei mit einer großen Zeremonie unter Teilnahme ausländischer Gäste beerdigt werden. Zeigt sich auch sein Sohn und Nachfolger erstmals öffentlich?
Mächtigster General  Irans zeigt sich vor Trauerfeier für Chamenei

Ein Top-General, der die Revolutionsgarde Irans anführt, trat erstmals seit Monaten wieder öffentlich in Erscheinung, während sich Teheran am Freitag auf die mehrtägigen Trauerfeierlichkeiten für den getöteten Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei vorbereitet hat.

Fotos, die von iranischen Staatsmedien online veröffentlicht wurden, zeigen General Ahmad Vahidi bei einem Treffen zur Organisation der Beerdigung des 86-jährigen Chamenei. 

Vahidi spielt nach Einschätzung von Experten eine wichtige Rolle bei der Formulierung der harten iranischen Position in den Verhandlungen über ein mögliches dauerhaftes Ende des Krieges mit den Vereinigten Staaten. Er soll Teil eines kleinen Zirkels sein, der direkten Kontakt zum neuen Obersten Führer Irans, Modschtaba Chamenei, hat. Dieser hält sich indessen weiterhin verborgen, nachdem er Berichten zufolge bei den israelischen Angriffen am 28. Februar verletzt worden war, bei denen sein Vater, der ältere Chamenei, das Leben verlor.

Vahidi selbst trat seit dem 8. Februar nicht mehr öffentlich auf, Wochen vor Beginn des Iran-Krieges. Israel tötete während des Krieges führende Militär- und Regierungsvertreter in Iran und drohte auch dem neuen Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei mit dem Tod.

Am Freitagmorgen trugen Sicherheitskräfte den mit der iranischen Flagge bedeckten Sarg Chameneis über ihren Köpfen, als er in der Mosalla-Großgebetshalle in Teheran eintraf. Religiöse Führer, Regierungsvertreter und ausländische Würdenträger gingen am Sarg Chameneis sowie an weiteren Särgen seiner getöteten Familienmitglieder vorbei, darunter auch der seiner 14 Monate alten Enkelin.

Die öffentliche Abschiedszeremonie, die heute beginnt, folgt auf eine private Zeremonie am Donnerstagabend. Familienangehörige der im jüngsten Krieg Gefallenen und Angehörige von Mitarbeitern des Büros des Staatschefs versammelten sich, um sich von dem verstorbenen Staatschef zu verabschieden.

Der Sprecher des Außenministeriums, Esmail Baghai, sagte am Freitag, dass Delegationen aus fast 100 Ländern sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und zivilgesellschaftliche Gruppen an der Abschiedszeremonie für Chamenei teilnehmen würden.

"Wir haben hochrangige Delegationen aus den Nachbarländern. Mindestens acht Regierungschefs, darunter Präsidenten oder Premierminister, sowie Parlamentspräsidenten aus zwölf Ländern werden teilnehmen", sagte Baghai. "Viele weitere Länder werden durch Außenminister, andere Minister oder Sondergesandte vertreten sein."

Ab Samstag wird Iran eine mehrtägige Trauerfeier für Chamenei abhalten. Sein Leichnam soll dabei in mehrere Städte sowohl in Iran als auch im benachbarten Irak überführt werden. Die Behörden planen, dafür die Straßen, den Luftraum und den Alltag in Teheran weitgehend lahmzulegen.

Chamenei wurde bei dem ersten Angriff des Krieges zusammen mit seiner Tochter, seinem Schwiegersohn, Modschtabas Ehefrau und seiner 14 Monate alten Enkelin getötet, als US-amerikanische und israelische Angriffe seinen Wohn- und Amtskomplex im Zentrum Teherans trafen. Auch Modschtaba wurde bei den Angriffen verletzt und ist seitdem nicht mehr öffentlich aufgetreten.

Am Donnerstag soll Chameneis Leichnam zur Beisetzung in den Imam-Reza-Schrein in Maschhad überführt werden, seiner Heimatstadt und einem der wichtigsten Orte des schiitischen Islam. Die Behörden teilten mit, dass der Leichnam im Rahmen der Trauerfeierlichkeiten per Flugzeug nach Maschhad transportiert werde.

Es wird viel Aufmerksamkeit darauf gerichtet sein, ob Modschtaba seinen ersten öffentlichen Auftritt haben wird. Offizielle Stellen geben an, der neue Oberste Führer habe sich von seinen Verletzungen erholt, haben aber noch nicht bestätigt, ob er an der Beerdigung teilnehmen wird.

Mehr zum Thema  USA warnten Teheran vor möglichem Attentat Israels auf iranische Unterhändler

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.