
Indirekte US-Iran-Gespräche in Doha: Einigung auf Kommunikationskanal für Hormus

Die USA und Iran haben am Mittwoch in Doha indirekte technische Gespräche geführt, um eine Einigung über den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu erzielen und eine dauerhafte Waffenruhe zu sichern.
US-Präsident Donald Trump erklärte am Mittwoch vor Journalisten, die Bemühungen um die "Denuklearisierung Irans" kämen gut voran. Details nannte er nicht. "Es gab sehr gute Gespräche, und wir werden sehen", sagte Trump über die Verhandlungen in Doha. Hinweise darauf, dass das Atomprogramm bereits Gegenstand der Gespräche war, gab es jedoch nicht.
Die indirekten Gespräche unter Vermittlung von Katar und Pakistan begannen einem iranischen Regierungsvertreter zufolge bereits am Dienstagabend und wurden am Mittwoch fortgesetzt. Bei den indirekten Gesprächen zwischen den USA und Iran in Katar habe es nach Angaben des katarischen Außenministeriums "positive Fortschritte" gegeben. Katarische und pakistanische Vermittler hätten in Doha getrennte Treffen mit den Unterhändlern der USA und Irans abgeschlossen, erklärte der katarische Außenamtssprecher Madsched al-Ansari am Mittwoch auf der Plattform X.
Qatar & Pakistan mediators concluded separate meetings with the US & Iranian negotiators in Doha today, with positive progress made on issues related to the Islamabad Memorandum of Understanding, building on the outcomes of the Lake Lucerne Summit. The parties agreed to continue…
— د. ماجد محمد الأنصاري Dr. Majed Al Ansari (@majedalansari) July 1, 2026
Laut einer mit den Verhandlungen vertrauten Quelle sind diese in Gesprächsrunden zwischen Chefunterhändlern und Fachexperten gegliedert. Demnach trafen sich Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der US-Sondergesandte Steve Witkoff vor Beginn der Gespräche mit dem katarischen Premierminister, um die Verhandlungen vorzubereiten. An den eigentlichen Gesprächen nehmen sie jedoch nicht teil.

Kushner und Witkoff trafen später zudem den Emir von Katar, um über die US-Iran-Verhandlungen sowie die Entwicklungen im Libanon zu sprechen. Dort war Anfang März parallel ein Konflikt zwischen Israel und der von Iran unterstützten Miliz Hisbollah ausgebrochen.
Die iranische Delegation wurde vom stellvertretenden Außenminister Kazem Gharibabadi geleitet. Ihr gehörten Vertreter des Außenministeriums, der Zentralbank und des Landwirtschaftsministeriums an. Sie traf den katarischen Premierminister und führte Gespräche mit den Vermittlern. Die Teilnehmer hätten sich darauf geeinigt, "bis morgen einen Kommunikationskanal einzurichten", erklärte Irans Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi am Mittwoch, als er den Abschluss der Gespräche bekanntgab.
Iran hat öffentlich erklärt, dass seine Prioritäten eine Einigung über die Verwaltung der Straße von Hormus sowie die Freigabe von 6 Milliarden US-Dollar an eingefrorenen iranischen Vermögenswerten sind. Nach Angaben des iranischen Regierungsvertreters konzentriert sich die aktuelle Gesprächsrunde auf diese beiden Themen.
Für die USA hat nach Angaben einer mit den Gesprächen vertrauten Quelle die Sicherstellung des freien Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus oberste Priorität.
Die iranischen Staatsmedien berichteten am Mittwoch, dass ein ausländisches Containerschiff in der Straße von Hormus auf Grund gelaufen sei, nachdem es flache Gewässer außerhalb der von den iranischen Behörden festgelegten Schifffahrtsroute befahren habe.
US-Präsident Trump steht vor den Kongresswahlen im November innenpolitisch unter Druck, die wirtschaftlichen Folgen des Krieges einzudämmen. Gleichzeitig wird er auch aus den eigenen Reihen kritisiert, da das Übergangsabkommen aus Sicht vieler Republikaner die Ziele der USA nicht ausreichend erfüllt.
Die Ölpreise gaben am Mittwoch weiter nach. Die US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) fiel mit knapp unter 69 US-Dollar je Barrel auf den niedrigsten Stand seit dem 27. Februar – dem Tag vor Ausbruch des Krieges.
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