
FT: Golfstaaten erwägen neue Pipelines

Mit Sicht auf das Risiko der unbegrenzten iranischen Kontrolle über die Straße von Hormus erwägen die Golfstaaten aufwendige Projekte, um die Engstelle umgehen und Öl- und Gaslieferungen fortsetzen zu können. Wie die Zeitung Financial Times (FT) in einem Bericht vom Donnerstag erläuterte, könnte die bestehende Abhängigkeit der Golfstaaten von der Lage in der Meerenge wohl nur durch neue Pipelines beseitigt werden, wenn auch solche Projekte kostspielig und politisch kompliziert wären sowie mehrere Jahre für die Fertigstellung bräuchten.

Der aktuelle Konflikt um Iran hob die strategische Bedeutung der Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien, führte die FT weiter aus. Die Leitung, die in den 1980er-Jahren aus Furcht vor Folgen des Konfliktes zwischen Iran und dem Irak und dem dadurch ausgelösten "Tankerkrieges" gebaut wurde, führt vom Erdölfeld von Abqaiq im Osten Saudi-Arabiens durch die Halbinsel zum Hafen Yanbu am Roten Meer. Jetzt würden täglich 7 Millionen Barrel Öl über die Pipeline geliefert.
Ein hochrangiger Manager eines Energieunternehmens aus der Golfregion betonte laut der FT, dass der Bau der Ost-West-Pipeline im Nachhinein ein Geniestreich war. Saudi-Arabien prüfe nun, wie es mehr von seiner täglichen Fördermenge von 10,2 Millionen Barrel über die Pipeline exportieren könnte. Dabei würden unter anderem die Erweiterung der Ost-West-Kapazität oder der Bau neuer Routen in Erwägung gezogen.
Eine Option sei die Wiederaufnahme des US-angeführten Wirtschaftskorridors Indien-Nahost-Europa (IMEC), betonte die FT unter Berufung auf einen Beamten aus der Golfregion. Ursprünglich habe das Projekt eine politisch heikle Pipeline zum israelischen Hafen Haifa vorgesehen.
Yossi Abu, Geschäftsführer des israelischen Unternehmens NewMed Energy, zeigte sich zuversichtlich, dass Pipelines zum Mittelmeer gebaut würden, unabhängig davon, ob sie in israelischen oder ägyptischen Häfen enden. Die FT zitierte:
"Die Menschen müssen ihr Schicksal in die Hand nehmen, gemeinsam mit ihren Freunden. Man benötigt Ölpipelines und Eisenbahnverbindungen in der gesamten Region, an Land, ohne dass andere uns durch Engpässe ausbremsen."
Christopher Bush, der Geschäftsführer der Cat Group, des libanesischen Privatunternehmens, das am Bau der Ost-West-Pipeline beteiligt war, erklärte, dass es bereits vor Kriegsbeginn großes Interesse an neuen Projekten gab. Ihm zufolge gebe es nach wie vor zahlreiche Hindernisse. Beispielsweise würde ein Nachbau der Ost-West-Pipeline mindestens 5 Milliarden US-Dollar kosten, Vorschläge für Routen über mehrere Länder, den Irak, Jordanien, Syrien oder die Türkei, würden 15 bis 20 Milliarden US-Dollar erfordern. Es bestehe zudem die Frage der politischen Kontrolle über potenzielle Ölleitungen.
Die iranischen Behörden hatten den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus als Reaktion auf US-israelische Angriffe begrenzt. Am 2. April appellierte US-Präsident Donald Trump an die Länder, die Öl aus dem Nahen Osten bekommen, die Sperre der Meerenge mit Gewalt aufzuheben.
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