
Bericht: Trump will Iran-Krieg beenden, auch wenn Straße von Hormus weiter blockiert ist

US-Präsident Donald Trump ist offenbar bereit, den Krieg gegen Iran auch dann zu beenden, wenn die Straße von Hormus weitgehend blockiert bleibt. Das berichtete das Wall Street Journal am Montag. Trump habe Mitarbeitern demnach gesagt, eine militärische Öffnung der Meerenge würde den Krieg über seinen selbst gesetzten Zeitrahmen von vier bis sechs Wochen hinaus verlängern. Stattdessen wolle er die wichtigsten Ziele der USA erreichen – nämlich Irans Marine und Raketenarsenal empfindlich zu schwächen – und dann die Kämpfe herunterfahren. Anschließend solle Teheran mit diplomatischen Mitteln dazu gedrängt werden, den Handel durch die Meerespassage wieder zuzulassen.
Sollte das nicht gelingen, würden die USA laut dem Bericht vor allem europäische und arabische Partner am Golf dazu drängen, die Führung bei einer Öffnung der Straße von Hormus zu übernehmen. Militärische Optionen blieben zwar grundsätzlich auf dem Tisch, hätten für Trump aber derzeit keine Priorität, so das Wall Street Journal. Der Bericht verweist zugleich auf widersprüchliche Signale aus Washington: Trump hat öffentlich mit Angriffen auf zivile Energieinfrastruktur gedroht, falls die Meerenge nicht geöffnet werde, ihre Bedeutung für die USA aber an anderer Stelle heruntergespielt.

Wie die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, am Montag erklärte, arbeiteten die USA auf die Wiederaufnahme des normalen Betriebs in der Straße von Hormus hin. Sie erwähnte dies jedoch nicht als eines der Kernziele der US-Streitkräfte, zu denen auch die Bekämpfung der iranischen Marine, der Raketen, der Rüstungsindustrie und der Fähigkeit zur Herstellung von Atomwaffen gehört.
Außenminister Marco Rubio sagte am Montag gegenüber Al Jazeera, der laufende Einsatz zur Erreichung der US-Militärziele werde innerhalb weniger Wochen abgeschlossen sein. Dann werde man sich mit der Frage der Straße von Hormus auseinandersetzen müssen, "und es wird an Iran liegen, zu entscheiden", sagte Rubio. "Oder eine Koalition von Nationen aus aller Welt und der Region, unter Beteiligung der Vereinigten Staaten, wird dafür sorgen, dass die Straße in die eine oder andere Richtung offenbleibt", so der Außenminister.
Die Iran-Expertin und Vizepräsidentin der Brookings Institution in Washington, Suzanne Maloney, bezeichnete die Beendigung der Militäroperationen vor der Öffnung der Straße von Hormus "unglaublich unverantwortlich". Die USA und Israel hätten den Krieg gemeinsam begonnen und könnten sich den Folgen nicht einfach entziehen, so Maloney gegenüber dem Wall Street Journal. "Energiemärkte sind von Natur aus global, und es gibt keine Möglichkeit, die USA vor dem bereits entstehenden wirtschaftlichen Schaden zu schützen, der sich bei fortgesetzter Schließung der Straße exponentiell verschlimmern wird", sagte Maloney.
Wie die US-Zeitung bemerkte, stehe Trumps Wunsch nach einem schnellen Kriegsende im Widerspruch zu anderen geplanten Maßnahmen. Darunter die Entsendung der 82. Luftlandedivision sowie weiterer 10.000 Bodentruppen in die Region. Zudem sollen am Wochenende die USS Tripoli und die 31. Marineexpeditionseinheit in der Region eintreffen.
Iran bekräftigte indes, dass der Konflikt nur zu seinen eigenen Bedingungen beendet werden wird. Wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim News am Dienstagmorgen berichtete, habe Präsident Massud Peseschkian dies bei der jüngsten Sitzung des Kabinetts unterstrichen. "Der Präsident erklärte schließlich, dass jede Entscheidung über das Ende des Krieges ausschließlich unter Berücksichtigung aller genannten Bedingungen und im Rahmen der Wahrung der Würde, der Sicherheit und der Interessen der großen iranischen Nation getroffen werde", schreibt die Nachrichtenagentur.
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