Nahost

Teheran: "Frieden und Stabilität in der Region entweder für alle oder für niemanden"

Angesichts neuer Eskalationsdrohungen seitens der USA und Israels warnt Iran vor weiteren Vergeltungsmaßnahmen. Außenminister Araghtschi erklärt, es sei "dreist und reineweg gelogen", dass Iran eine unmittelbare Bedrohung für die USA dargestellt hätte.
Teheran: "Frieden und Stabilität in der Region entweder für alle oder für niemanden"

Von Abdul Rahman

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi wies die Aussagen von US-Präsident Donald Trump zurück, dass die Angriffe der USA und Israels "präventiv" gewesen seien.

"Die Behauptung, dass Iran einen Angriff auf die USA oder US-Streitkräfte geplant habe, ist dreist und reinweg gelogen" und ein Versuch, den Krieg gegen Iran zu legitimieren, der "ein von Israel inszeniertes und von den einfachen Amerikanern bezahltes Unglück ist", so Araghtschi in einem Beitrag auf X.

Am Montag hatte Trump seine Behauptungen bei einer Pressekonferenz als Antwort auf eine Frage zur Begründung des Krieges wiederholt. Es sei zu 100 Prozent sicher, dass Iran die USA "innerhalb einer Woche" attackiert hätte, wenn die USA nicht zuerst angegriffen hätten, so der US-Präsident.

Gezielte Angriffe auf lebenswichtige Infrastruktur

Während eines Telefongesprächs mit UN-Generalsekretär António Guterres am Mittwoch bekräftigte Araghtschi das Recht Irans auf Selbstverteidigung nach internationalem Recht. Er betonte, sein Land habe zuvor bereits alle seine Nachbarn und andere betroffene Parteien gewarnt, dass es US-Stützpunkte und israelische Stellungen in der Region angreifen werde, wenn es zuerst attackiert werde, berichtete die Nachrichtenagentur Mehr.

Die Angriffe Israels und der USA auf verschiedene zivile Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser und historische Denkmäler stellten einen klaren Verstoß gegen das Völkerrecht und die Menschenrechte dar. Auch iranische Öllager in der Nähe von Teheran wurden am Sonntag bombardiert.

Am Mittwoch teilte der Iranische Rote Halbmond (IRCS) mit, dass seit dem 28. Februar mindestens 20.000 zivile Einrichtungen von US-amerikanischen und israelischen Luftangriffen getroffen worden seien, darunter 77 medizinische Zentren, 65 Bildungseinrichtungen und 16 Einrichtungen zur Kriegsopferhilfe, die vom IRCS selbst betrieben werden.

Araghtschi forderte die UNO auf, unverzüglich einzugreifen, um die Verstöße Israels und der USA gegen das Völkerrecht zu verurteilen und den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit zu wahren, wie es ihre Pflicht sei. Ihre Glaubwürdigkeit werde weiter Schaden nehmen, wenn sie dies nicht tue.

Frieden für alle oder für niemanden, sagt Iran

Iran warnte zudem vor Angriffen auf Wirtschaftszentren und Banken, die mit den USA und Israel in der Region verbunden sind, nachdem eine seiner Banken bombardiert worden war.

Die Iranische Revolutionsgarde (IRGC) verkündete am Dienstag, dass die Streitkräfte des Landes die 37. Welle von Raketen und Drohnen gegen Israel und US-Einrichtungen als Vergeltung für deren Angriffe gestartet hätten, und erklärte, dass Sicherheit und Stabilität in der Region "entweder für alle oder für niemanden" gelten würden.

Die "unkonventionellen, unrechtmäßigen und illegalen Vorstöße der US-amerikanischen und israelischen Aggressoren, die Infrastruktur Irans anzugreifen und Zivilisten zu massakrieren, werden nicht unbeantwortet bleiben", erklärte die IRGC.

Als Reaktion auf die Drohung Trumps vom Montag, die Angriffe zu eskalieren, um die Öffnung der Straße von Hormus zu erzwingen, erklärte Ali Laridschani, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates Irans, das Land werde bis zum Ende des Krieges keine Schiffe durch die Meerenge passieren lassen.

"Die Straße von Hormus wird entweder eine Straße des Friedens und des Wohlstands für alle oder eine Straße der Niederlage und des Leidens für die Kriegstreiber sein", sagte Laridschani in einem Beitrag auf X.

Leicht gekürzt. Aus dem Englischen übersetzt von Olga Espín

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