Nahost

Schweiz schließt vorübergehend Botschaft in Iran

Aufgrund der Angriffe in Iran und der regionalen Eskalation evakuiert das EDA sein Personal aus Teheran. Vier Mitarbeitende hatten das Land bereits verlassen, sechs weitere folgten per Landweg. Die Schweizer Botschaft bleibt vorübergehend geschlossen, Vermittlungsfunktionen werden aufrechterhalten.
Schweiz schließt vorübergehend Botschaft in IranQuelle: Legion-media.ru © Yar/Middle East Images/StringersHub/Sipa USA

Der eskalierende Konflikt im Nahen und Mittleren Osten hat das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) veranlasst, die Schweizer Botschaft in Teheran vorübergehend zu schliessen. Die Sicherheit des Botschaftspersonals kann unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr gewährleistet werden.

Bereits am 3. März hatten vier Mitarbeitende Iran vorübergehend verlassen. Am Mittwoch folgten Botschafter Olivier Bangerter und die verbleibenden sechs Mitarbeitenden auf dem Landweg. Sie befinden sich außerhalb Irans in Sicherheit. Sobald es die Lage zulässt, ist eine Rückkehr nach Teheran geplant.

Die Schweiz hat sowohl die iranischen Behörden als auch die US-Vertretung über die temporäre Schließung informiert. Trotz der physischen Abwesenheit bleibt die Schweiz im Rahmen ihres Schutzmachtmandats für die Vereinigten Staaten aktiv. Dieses Mandat erlaubt es Bern, die Interessen der USA gegenüber Iran zu vertreten und weiterhin diplomatische Kommunikation zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln, unabhängig vom Standort der Schweizer Vertretung.

Das EDA betont, dass die Schweiz auch während der Schließung konsularische Aufgaben so weit wie möglich fortführt. Amerikanische Staatsangehörige werden über die Website der Foreign Interest Section über Risiken und Schutzmaßnahmen informiert, während Schweizer Bürgerinnen und Bürger bei Bedarf ebenfalls Unterstützung erhalten.

Die Schließung erfolgt vor dem Hintergrund intensiver Luftangriffe auf Teheran und militärischer Operationen im Nahen Osten. Angriffe der USA und Israels auf Ziele in Iran sowie Vergeltungsaktionen Teherans in der Region haben das Sicherheitsumfeld für Diplomaten zunehmend unberechenbar gemacht. Die Maßnahme dient ausdrücklich dem Schutz des Personals und soll die diplomatischen Aktivitäten der Schweiz nicht dauerhaft einschränken.

Die Schweiz behält sich vor, ihre diplomatische Präsenz in Teheran wieder aufzunehmen, sobald die Sicherheitslage eine Rückkehr zulässt. Bis dahin bleibt sie Vermittlerin und verlässlicher Partner in der Kommunikation zwischen den Konfliktparteien.

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