
Israelisches Parlament: Mangel an Schutzräumen für ein Drittel der Bevölkerung

In Israel soll etwa ein Drittel der Bevölkerung, also rund 3,19 Millionen Bürger, keinen Zugang zu angemessenen Schutzräumen vor Bombenangriffen haben. Das ergab ein im Januar veröffentlichter Bericht der Forschungsabteilung der Knesset, meldete die Times of Israel am Sonntag. Betroffene Personen hätten keinerlei Zugang zum Schutz vor Raketenangriffen – "weder zu einem verstärkten Schutzraum, einem öffentlichen Schutzraum noch zu anderen Formen der standardmäßigen Schutzinfrastruktur".

Der Bericht des Forschungszentrums stützt sich demnach auf Daten des Heimatfrontkommandos und des staatlichen Rechnungshofs. Demnach seien die in Israel lebenden arabischen Bürger am wenigsten geschützt. In arabischen Städten lägen weniger als 0,5 Prozent der öffentlichen Schutzräume des Landes. Viele davon seien zudem nicht einmal nutzbar.
Rund 500.000 Kinder besuchten Schulen, die keine angemessenen Schutzräume besäßen. Bei über 50 Prozent der Kindergärten habe das israelische Bildungsministerium "überhaupt keine Daten" über die Schutzraumsituation. Noch dramatischer sei die Lage bei der Gesundheitsinfrastruktur. Mit 56 Prozent sei die Mehrheit der Krankenhausbetten ohne Schutzraumzugang.
In psychiatrischen Kliniken betrage die Rate der ungeschützten Betten 75 Prozent, in Geriatriekliniken 63 Prozent. Bei medizinischen Eingriffen seien auch viele Ärzte ohne Schutz: Für 41 Prozent der Operationssäle gebe es keine angemessene Zuflucht. Am Montag wolle sich der Kontroll-Ausschuss der Knesset in einer Sitzung mit der Mangellage bei Schutzräumen befassen.
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