
Nahost-Krise: Technik von Apple und Samsung wird wegen der Lage in Hormus erheblich teurer

Importierte Waren könnten in Russland schon in den nächsten Monaten teurer werden, sollte sich die Krise im Nahen Osten weiter hinziehen. Am stärksten betroffen wären dabei Geräte von Apple, Samsung und Sony, Komponenten für europäische Marken sowie industrietechnische Ausrüstung, so die russischen Medien. Schuld daran ist laut Medienberichten die Blockade der Straße von Hormus. Jetzt müssen die Schiffe einen Umweg über die Häfen Omans nehmen. Sollte sich der Nahostkonflikt jedoch weiter verschärfen, müsste die Route über Afrika verlegt werden.

Wie Alexei Iwanow, Eigentümer der Autohauskette Allianz Trax, betonte, wird ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen und ein erheblicher Teil der Containergüter über die Straße von Hormus transportiert. Große Transportunternehmen haben den Transit bereits eingestellt. "Über die Vereinigten Arabischen Emirate liefen 40 bis 60 Prozent aller Lieferungen, die über alternative Wege nach Russland transportiert wurden", erklärte Alexei Rodin, Finanzberater und Gründer des Unternehmens Rodin Capital.
Laut Michail Nikitin, Leiter der Abteilung für internationales Geschäft und Finanzen und Partner bei 5D Consulting, sei der Verkehr durch die Straße von Hormus bereits um 70 Prozent eingebrochen.
Kriegshandlungen in der Region werden die russischen Märkte empfindlich treffen und sich auf die Verbraucherpreise auswirken, so Experten und Medien einstimmig. Reeder leiten ihre Frachten derzeit bereits über Umwege um – über Oman oder um Afrika herum –, was jedoch die Transportwege um zwei bis drei Wochen verlängert und die Transportkosten um weitere 20 bis 35 Prozent erhöht. Daher sind auch die Versicherungsprämien um 50 Prozent gestiegen, und einige Betreiber haben den Transit sogar ganz eingestellt. Die Zeitung Iswestija schreibt:
"Experten sagen, dass es keinen Mangel an Waren geben wird – die Lagervorräte von verschiedenen Warengruppen reichen für vier bis acht Wochen. Aber die Preise im Einzelhandel sind schon gestiegen: Die Unternehmen schlagen die höheren Kosten auf den Endpreis auf. Paradoxerweise verteuert sich die Lieferung von Waren nach Russland trotz des starken Rubels um 20 bis 30 Prozent, was sich auf die Geldbörsen der Käufer auswirken wird. Verkäufer können diese Information nutzen, um Preise präventiv anzuheben, lange bevor die Kosten tatsächlich steigen."
Dabei wird Russland nicht am stärksten von der Nahostkrise betroffen sein – die größten Risiken bestehen für die größten Energieimporteure in Asien und Europa, erklärten die von Iswestija befragten Experten. Am stärksten betroffen könnten die Volkswirtschaften Chinas und Indiens sein – die Hauptabnehmer russischen Öls. Teure Energieressourcen werden einen Rückgang ihrer industriellen Produktion verursachen und die globale Inflation anheizen, glauben Experten. Darüber hinaus wird die Krise auch schwerwiegende Folgen für Europa haben: Normalerweise werden 20 bis 30 Prozent des weltweiten Exports von Flüssigerdgas durch die Straße von Hormus transportiert.
Der Iran hat den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus am 4. März praktisch eingestellt. Seitdem ist die Durchfahrt durch diese wichtige Wasserstraße für alle Arten von Schiffen – Öltanker, Handels- und Fischereifahrzeuge – unmöglich.
Jetzt geht es nur noch darum, wie lange diese Krise und der militärische Ausnahmezustand andauern werden. Wenn die Eskalation in den nächsten Wochen nachlässt, wird der Preisanstieg nur vorübergehend sein. Sollte sich die Krise jedoch über Wochen oder Monate hinziehen, werden Preissteigerungen von mindestens 30 Prozent zur dauerhaften Realität werden, warnen Experten. Selbst nach einer Stabilisierung der Lage werden die Preise kaum wieder auf das vorherige Niveau zurückkehren, da die Logistikkosten nicht mehr sinken werden, so die Experten weiter.
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