Nahost

Durchbruch oder Eskalation? USA und Iran nehmen Atomgespräche in Genf wieder auf

Die Verhandlungen zwischen Regierungsvertretern aus Washington und Teheran gehen in eine entscheidende Runde. Die USA zögern mit einem Angriff auf Iran. Berichten zufolge hoffen sie auf einen israelischen Erstschlag.
Durchbruch oder Eskalation? USA und Iran nehmen Atomgespräche in Genf wieder auf

Iran und die USA treten am Donnerstag in eine entscheidende Verhandlungsrunde ein. Delegationen beider Länder sollen erneut in Genf zusammentreffen. Es handelt sich um die dritte Runde indirekter Gespräche in diesem Jahr, die erneut vom Golfstaat Oman vermittelt wird.

Für Iran verhandelt ein Team unter Leitung von Außenminister Abbas Araghtschi, während die US-Seite durch den Sondergesandten Steve Witkoff sowie Jared Kushner, den Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, vertreten wird.

Im Mittelpunkt der Verhandlungen steht das umstrittene iranische Atomprogramm. Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran Atomwaffen entwickelt. Die iranische Regierung bestreitet solche Absichten, hat jedoch Bereitschaft signalisiert, ihr Atomprogramm zu begrenzen. Im Gegenzug fordert Teheran die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen.

Über andere von den USA angesprochene Themen – etwa eine Begrenzung des Raketenarsenals oder die Beendigung der Unterstützung für militante Gruppen wie die Hisbollah im Libanon – will die Islamische Republik nicht verhandeln.

Vor etwa einer Woche stellte Trump der Führung in Teheran ein Ultimatum mit einer Frist bis Anfang März. "Entweder wir erzielen eine Einigung, oder es wird unglücklich für sie ausgehen", sagte er.

Staatsoberhaupt Ali Chamenei selbst warnte die USA Anfang Februar: "Die Amerikaner sollen wissen, wenn sie einen Krieg vom Zaun brechen, wird es dieses Mal ein regionaler Krieg sein." Iran wolle keinen Krieg und werde ihn auch nicht beginnen. Der Religionsführer hat in allen strategischen Belangen das letzte Wort in Teheran.

Sollte es bei den Gesprächen nicht zu einem Durchbruch kommen, wird ein Krieg der USA gegen Iran wahrscheinlicher. In den vergangenen Wochen hat das Militär eine massive Flotte mit zwei Flugzeugträgern, Dutzenden Kampfjets sowie Flugabwehr und Militärflugzeugen zur Luftbetankung – wie sie bei intensiven Bombardierungen benötigt werden – in den Nahen Osten verlegt. Laut dem Wall Street Journal ist es der größte Aufmarsch von US-Luftstreitkräften in der Region seit dem Irak-Krieg 2003.

Mitarbeiter des Weißen Hauses erklärten laut Quellen, die mit Politico gesprochen haben, es wäre leichter, in den USA Unterstützung für einen amerikanischen Schlag gegen Iran zu mobilisieren, wenn Israel zuerst angreifen würde. "In und um die Regierung herum gibt es Überlegungen, dass die politische Lage deutlich günstiger wäre, wenn die Israelis zuerst und allein handeln und die Iraner anschließend gegen uns Vergeltung üben – und uns damit einen zusätzlichen Anlass zum Eingreifen liefern", sagte eine der Quellen.

Rafael Grossi, der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), wird ebenfalls am Donnerstag erneut in Genf sein, wie ein IAEO-Sprecher in Wien mitteilte. Vergangene Woche hatte der Chef der UN-Atominspektoren mit Irans Außenminister Abbas Araghtschi in Genf Gespräche zur Vorbereitung der US-iranischen Verhandlungen geführt.

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