Nahost

Türkei als Vermittler: Erdoğan will Telefonat zwischen US- und iranischem Präsidenten

Ankara möchte, dass Iran Trump ein Ölabkommen anbietet, das es US-Unternehmen ermöglichen würde, in dem Land tätig zu werden. Trump habe Interesse an der Initiative gezeigt, wohingegen der iranische Präsident bisher noch nicht auf das Angebot reagiert habe.
Türkei als Vermittler: Erdoğan will Telefonat zwischen US- und iranischem Präsidenten

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat angeboten, eine Telekonferenz zwischen den Präsidenten der USA und Irans auszurichten, um die Spannungen zu verringern. Das Angebot, einen möglichen Konflikt zu vermeiden, kommt zu einem Zeitpunkt, an dem US-Präsident Donald Trump laut Angaben von Behörden gegenüber Middle East Eye in den kommenden Tagen militärische Schritte gegen Teheran androhte.

Bei einem Telefonat mit Trump am Montag forderte Erdoğan seinen Amtskollegen auf, diplomatische Mittel zu priorisieren, und bot an, zwischen beiden Ländern zu vermitteln, sagte ein türkischer Beamter.

Trump habe Interesse an der Initiative gezeigt, während der iranische Präsident Masoud Peseschkian bisher noch nicht auf das Angebot reagiert habe, so der Beamte weiter. Insider in Ankara gehen davon aus, dass der iranische Außenminister Abbas Araghtschi, der diese Woche Istanbul besucht, möglicherweise die Antwort Teherans auf das Angebot übermitteln könnte.

Der ranghöchste Diplomat Teherans ist am Freitag in die Türkei gereist, um bilaterale Gespräche mit dem türkischen Außenminister Hakan Fidan zu führen. Ankara hat wiederholt betont, dass es jede ausländische Intervention in Iran ablehnt. Am Mittwoch erklärte Fidan, dass die USA und Iran ihre Probleme schrittweise, "Akte für Akte", lösen sollten.

Hande Fırat, Kolumnistin der türkischen Zeitung Hürriyet, schrieb am Donnerstag, dass Ankara die Botschaft verbreite, Diplomatie sei der einzige gangbare Weg. "Ankaras Ziel war es, die eskalierende Krise zu entschärfen, die Parteien wieder an den Tisch zu bringen und eine mögliche militärische Intervention zu verhindern", so Fırat. 

Sie fügte hinzu, dass Netanjahu über die Bedenken hinsichtlich Irans Atomprogramms und seiner ballistischen Fähigkeiten hinaus auf eine US-Intervention dränge, da er später in diesem Jahr Parlamentswahlen bestreitet. Fırat bemerkte außerdem, dass die USA wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren könnten, falls Teheran eine Zusammenarbeit mit Washington in Bezug auf Irans Ölvorkommen anbietet.

Die Frage ist, ob das eigensinnige iranische Staatsoberhaupt Chamenei – der 2013 wütend auf Ex-Präsident Rouhani war, weil dieser auf dem Rückweg von der UN‑Generalversammlung einen Anruf von Präsident Obama entgegennahm, und Rouhani 2019 ein Treffen mit Trump in Frankreich verweigerte – ausnahmsweise seine harte Linie überwinden und dem Vermittlungsvorschlag zustimmen wird.

Am Mittwoch warnte Trump, dass eine "massive Armada" auf dem Weg in Richtung Iran sei und mit "Geschwindigkeit und Gewalt" angreifen werde, wenn Teheran keinem Abkommen zustimmt. Der iranische Außenminister Araghtschi erklärte bereits in Ankara, Iran sei bereit, die Atomverhandlungen mit den USA wieder aufzunehmen, sofern diese fair verlaufen und auf gegenseitigem Respekt beruhen.

Mehr zum Thema - Nahost in heikler Phase: USA und Iran vor neuer Konfrontationsrunde

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.