Nahost

Trump schließt ein Treffen mit Pahlavi aus – landesweiter "Internet-Blackout" in Iran

Eine neue Protestwelle erschüttert Iran seit Ende Dezember. Trump signalisiert, dass er nicht bereit ist, den früheren Kronprinzen Reza Pahlavi im Falle eines Regimewechsels als iranische Führungspersönlichkeit zu unterstützen.
Trump schließt ein Treffen mit Pahlavi aus – landesweiter "Internet-Blackout" in Iran

Während sich am Donnerstagabend die Proteste gegen die wirtschaftliche Lage im ganzen Land ausbreiteten und den Druck auf die Führung des Landes erhöhten, wurde Iran von einem vollständigen Internetausfall heimgesucht.

Obwohl unklar ist, was den Ausfall verursacht hat, der zuerst von dem Internet-Freiheitsmonitor NetBlocks gemeldet wurde, haben die iranischen Behörden schon in der Vergangenheit als Reaktion auf große Unruhen das Internet abgeschaltet.

NetBlocks hatte bereits am selben Tag über Ausfälle in der westiranischen Stadt Kermanshah berichtet, als die Behörden ihr Vorgehen gegen die Demonstranten verschärften.

Das iranische Staatsfernsehen veröffentlichte Aufnahmen von den Protesten, die letzte Nacht in Teheran stattfanden. Busse brannten und eine U-Bahn-Station wurde beschädigt. Einige Demonstranten riefen wiederholt Parolen, die einen Sturz der Islamischen Republik forderten. Unter anderem war zu hören: "Pahlavi wird zurückkehren" – in Bezug auf Reza Pahlavi, den Sohn des 1979 im Zuge der Islamischen Revolution gestürzten Schahs Mohammad Reza Pahlavi.

Mit einem Aufruf zu koordinierten Protesten versucht der frühere Kronprinz Reza Pahlavi, den Demonstrationen in Iran eine neue Dynamik zu verleihen. In einer Videobotschaft forderte der in den USA lebende Sohn des letzten Schahs die Iraner auf, am Donnerstag und am Freitag um Punkt 20:00 Uhr Ortszeit auf der Straße oder auf ihren Balkonen gemeinsam Parolen gegen die Islamische Republik zu skandieren.

Pahlavi wird durch eine Medienkampagne unterstützt. Seine Reichweite verdankt der frühere Kronprinz den promonarchistischen Exilsendern Iran International sowie einer Internetkampagne, die laut Recherchen der Zeitung Haaretz von Israel unterstützt und mitfinanziert wurde. 

Es hat sich mittlerweile herausgestellt, dass zahlreiche Videos von den aktuellen Protesten, in denen angeblich nach dem verstorbenen Schah oder seinem Sohn gerufen wird, manipuliert sind. Das berichtete eine FAZ-Korrespondentin.

Der US-Präsident signalisierte inzwischen, dass er nicht bereit sei, die mit Israel verbündete Oppositionsfigur Reza Pahlavi im Falle eines Regimewechsels als iranische Führungspersönlichkeit zu unterstützen.

Der in den USA lebende Pahlavi, der enge Beziehungen zu Israel unterhält, führt die monarchistische Fraktion der zersplitterten iranischen Opposition an.

Die Proteste in Iran dauern seit mittlerweile zwölf Tagen an. Auslöser waren die hohen Lebenshaltungskosten und die schlechte Wirtschaftslage. Seit Beginn der Protestwelle am 28. Dezember 2025 gab es Versammlungen in mindestens 50 Ortschaften und Städten, vor allem im Westen des Landes.

Am Donnerstag bezeichnete Trump Pahlavi, den Sohn des letzten iranischen Schahs, der durch die Islamische Revolution von 1979 gestürzt wurde, zwar als "netten Menschen", schloss ein Treffen mit ihm jedoch aus. Er fügte hinzu, dass es für ihn als Präsidenten unangemessen sei, sich mit ihm zu treffen.

Angesichts der Protestwelle wiederholte US-Präsident Donald Trump seine bereits zuvor geäußerten Drohungen gegen die Führung in Teheran. "Ich habe ihnen klargemacht, dass wir hart durchgreifen werden, wenn sie anfangen, Menschen zu töten, was sie bei ihren zahlreichen Unruhen häufig tun", sagte Trump in einem Interview mit dem konservativen Radiomoderator Hugh Hewitt.

Laut einer Zählung der Agence France-Presse berichten iranische Medien und offizielle Stellen, dass seit Beginn der Proteste mindestens 21 Menschen getötet wurden, darunter auch Angehörige der Sicherheitskräfte.

Die Protestbewegung ist die größte seit drei Jahren. Sie hat zwar noch nicht das Ausmaß der Demonstrationen von 2022 unter dem Motto "Frau, Leben, Freiheit" erreicht, aber dennoch ist die politische und sicherheitspolitische Führung Irans alarmiert.

Mehr zum Thema - Spannungen steigen: Iran droht nach Trumps Warnung mit Präventivschlag

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.