
Zusammenstöße in Aleppo: Kluft zwischen Islamisten in Damaskus und Kurden wird immer größer

Bei heftigen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und kurdischen Kämpfern in der nordsyrischen Stadt Aleppo wurden am Mittwoch mindestens vier Menschen getötet und tausende Zivilisten aus ihren Häusern vertrieben.
Die Gewalt und die gegenseitigen Schuldzuweisungen darüber, wer sie ausgelöst habe, deuten darauf hin, dass sich die Pattsituation zwischen Damaskus und den kurdischen Behörden, die sich einer Integration in die Zentralregierung widersetzen, verschärft hat und immer tödlicher wird.
Nun hat die syrische Armee die kurdischen Viertel der Großstadt Aleppo zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Die Bezirke Scheich Maksud und Aschrafijeh sind für Zivilisten gesperrt. Die Bewohner können diese Bezirke bis auf Weiteres über zwei "humanitäre Korridore" verlassen.

Gemäß einem im März zwischen Damaskus und den kurdischen SDF geschlossenen Abkommen sollten die zivilen und militärischen Institutionen der Kurden eigentlich bis zum Jahresende in die syrische Zentralregierung und die Armee integriert werden. Doch trotz internationalen Drucks verzögert sich die Umsetzung des Abkommens aufgrund von Differenzen.
Die jüngsten Kämpfe haben das zivile Leben in einer der wichtigsten Städte Syriens lahmgelegt. Der Flughafen und eine Autobahn in Richtung Türkei wurden geschlossen, Fabriken in einem Industriegebiet mussten den Betrieb einstellen und wichtige Zufahrtsstraßen zum Stadtzentrum sind blockiert.
While global attention focuses on the protests inside Iran, state-backed violence by the jihadi Jolani administration in Syria has resumed, with brutal clashes targeting SDF Kurdish forces and civilians in Aleppo’s predominantly Kurdish neighborhoods, particularly Sheikh Maqsoud… pic.twitter.com/U8a3hHTeRo
— Ashti Waissi (@ashtiwai) January 7, 2026
Die Regierung in Damaskus gab an, ihre Streitkräfte hätten auf Raketenbeschuss, Drohnenangriffe und Granatenbeschuss aus den kurdisch kontrollierten Stadtvierteln reagiert. Die kurdischen Streitkräfte wiederum machen Damaskus "vollständig und direkt verantwortlich für die gefährliche Eskalation, die das Leben tausender Zivilisten bedroht und die Stabilität in der Stadt untergräbt."
Während des 14-jährigen Konflikts in Syrien begannen die kurdischen Behörden, eine halbautonome Zone im Nordosten Syriens sowie in Teilen der Stadt Aleppo zu verwalten.
Im vergangenen Jahr hat die Regierung in Damaskus eine Vereinbarung mit den SDF getroffen, die eine vollständige Integration bis Ende 2025 vorsieht, aber beide Seiten haben kaum Fortschritte erzielt und beschuldigen sich gegenseitig, den Prozess zu verzögern oder in böser Absicht zu handeln. Die USA haben sich als Vermittler eingeschaltet und zuletzt am Sonntag, dem 4. Januar, Treffen abgehalten, um den Prozess voranzutreiben. Die Treffen am Sonntag endeten indes ohne greifbare Fortschritte.
Gelingt es nicht, die SDF in die syrische Armee zu integrieren, droht weitere Gewalt. Dies könnte unter Umständen die Türkei mit in den Konflikt hineinziehen. Ankara hat mit einem Einmarsch gegen kurdische Kämpfer gedroht, die es als "Terroristen" betrachtet.
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