
Spannungen steigen: Iran droht nach Trumps Warnung mit Präventivschlag

Wie der neu gegründete Verteidigungsrat am Dienstag mitteilte, warnt die iranische Führung vor einem möglichen Präventivschlag gegen Israel.
"Die Zunahme der Drohungen und Interventionen, die über reine Rhetorik hinausgehen, kann als feindliches Verhalten interpretiert werden", hieß es in der am Dienstag veröffentlichten Erklärung des Verteidigungsrates in Teheran. Iran werde sich zur Selbstverteidigung nicht auf Reaktionen beschränken, sondern "konkrete Anzeichen von Bedrohungen als Teil der Sicherheitsgleichung" betrachten. Dies klang wie die Androhung eines Präventivschlags.

Die Erklärung folgte, nachdem Donald Trump damit gedroht hatte, die Demonstranten in Iran notfalls militärisch zu unterstützen. Am Montag hatte der amerikanische Präsident bekräftigt:
"Wenn sie anfangen, Menschen zu töten, wie sie es in der Vergangenheit getan haben, werden sie von den Vereinigten Staaten sehr hart getroffen werden."
Angesichts einer schweren Wirtschaftskrise und galoppierender Inflation gibt es in Iran schon seit Tagen Proteste und Unruhen. Besonders auffällig ist die hohe Gewaltbereitschaft der teilweise sehr gut organisierten Protestierenden. Die iranischen Beamten sehen hier die lange Hand des Mossad am Werk.
Die staatliche Zeitung Tehran Times sprach von einer möglichen "präventiven Selbstverteidigung". Premierminister Benjamin Netanjahu soll Teheran über Moskau mitgeteilt haben, dass Israel keine militärische Eskalation plane. Israel und Iran unterhalten keine diplomatischen Beziehungen, und es bestehen keine direkten Kommunikationskanäle.
Der oberste Führer Irans, Ali Khamenei, veröffentlichte eine Erklärung auf X, in der er sagte, dass er den Zusicherungen Israels nicht vertraue.
"Was veranlasst den Feind, zuerst einen Waffenstillstand zu fordern … und dann Botschaften zu senden, in denen er sagt, er wolle nicht gegen uns kämpfen? Natürlich ist der böswillige Feind ein betrügerischer Lügner, und wir vertrauen ihm nicht."
What makes the enemy first request a ceasefire during [12-Day] war with the Iranian nation, then send messages saying he doesn't want to fight us? Of course, the malicious enemy is a deceiving liar & we don’t trust them. But what causes this is the power of the Iranian nation.
— Khamenei.ir (@khamenei_ir) January 6, 2026
Die New York Times behauptete unter Berufung auf drei hochrangige iranische Beamte, dass führende Mitglieder der Islamischen Republik in geschlossenen Gesprächen eingestanden hätten, dass sich Iran angesichts der wachsenden Proteste im Land und des westlichen Sanktionsdrucks auf den "Überlebensmodus" vorbereiten müsse.
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