Nahost

Gaza Humanitarian Foundation verlässt Gazastreifen nach tödlicher Hilfsgüterverteilung

Die Gaza Humanitarian Foundation (GHF), deren Aktivitäten laut Angaben des Gesundheitsministeriums im Gazastreifen zu über 2.600 Opfern geführt hatten, erklärte, ihr Rückzug folge auf den "erfolgreichen Abschluss unserer Nothilfe-Mission im Gazastreifen".
Gaza Humanitarian Foundation verlässt Gazastreifen nach tödlicher Hilfsgüterverteilung© Urheberrechtlich geschützt

Von Sally Nasser

Die Gaza Humanitarian Foundation (GHF), ein von den USA und Israel unterstützter Dienstleister, der durch seine skandalösen "Todesfallen" bei der Verteilung von Hilfsgütern traurige Berühmtheit erlangte, gab am Montag den Abschluss seiner Mission im Gazastreifen bekannt.

Das Unternehmen, dessen Aktivitäten laut Angaben des Gesundheitsministeriums des Gazastreifens zu über 2.600 Opfern geführt hatten, erklärte, sein Rückzug folge auf den "erfolgreichen Abschluss unserer Nothilfe-Mission im Gazastreifen".

Als Reaktion darauf forderte die Hamas "Rechtsorgane und internationale Gerichte auf, diese Stiftung und ihre Verantwortlichen für ihre Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen" und bezeichnete die Schließung aufgrund ihrer Mitschuld am Völkermord und an der Hungersnot im Gazastreifen als "verdienten Schritt für eine unmenschliche Gruppe".

Der Rückzug der GHF erfolgt kurz nach dem von den USA vermittelten Waffenstillstand im Gazastreifen im vergangenen Oktober, während die UNO und etablierte NGOs sich darauf vorbereiten, ihre Hilfsmaßnahmen wiederaufzunehmen – eine Rolle, die die GHF bei ihrer Übernahme übergangen hatte.

In einer Erklärung brachte Geschäftsführer John Acree die Schließung mit der Einrichtung des Zivil-Militär-Koordinationszentrums (CMCC) und dem erneuten Engagement internationaler humanitärer Organisationen in Verbindung. Laut Acree werden das CMCC und internationale Organisationen das Modell der GHF "übernehmen und ausweiten".

Die USA und Israel unterstützten das Unternehmen als "unabhängigen" Hilfsgüterverteiler, nachdem sie im März 2025 eine totale Blockade über den Gazastreifen verhängt hatten, die eine planmäßige Hungersnot auslöste. Gleichzeitig drängten sie darauf, das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) aus dem Weg zu räumen – mit der Behauptung, die Hamas plündere die Konvois dieser Organisation, was nie durch Beweise untermauert wurde.

Die GHF nahm drei Monate nach Beginn der Krise ihre Tätigkeit auf und richtete im Gegensatz zu den 400 Standorten der UNRWA nur vier Verteilungsstellen im Gazastreifen ein – drei im Süden des Gazastreifens und eine in der Nähe von Gaza-Stadt. Die Palästinenser mussten unter schwierigen Bedingungen, manchmal zu Fuß, lange Strecken zurücklegen, um diese wenigen Stellen zu erreichen.

Die unmenschlichen Methoden des Unternehmens führten schnell zu internationaler Verurteilung und Kritik. Videos, die von den Standorten veröffentlicht wurden, zeigten ein Bild von Chaos, Überfüllung und Gewehrfeuer. Israelische Soldaten und von der GHF angeheuerte US-Sicherheitskräfte, die vorgeblich mit der Überwachung der Hilfslieferungen beauftragt waren, eröffneten absichtlich das Feuer auf Zivilisten. Während die GHF die Tötungen leugnete und das Feuer als "Warnschüsse" darstellte, bezeichnete der ehemalige GHF-Auftragnehmer und Zeuge Anthony Aguilar sie später als "Kriegsverbrechen".

Die GHF hat ihre Finanzierungsquellen noch nicht offengelegt. Im August letzten Jahres reichte das Center for Constitutional Rights eine Klage ein, um von der Trump-Regierung Aufzeichnungen über die Finanzierung zu erhalten, insbesondere nachdem das US-Außenministerium eine Zuwendung in Höhe von 30 Millionen Dollar an die GHF genehmigt hatte.

Der Rückzug der GHF bedeutet nicht das Ende der Hungerkrise im Gazastreifen. Es trifft zwar zu, dass die Hilfslieferungen nach dem Waffenstillstand im Oktober zugenommen haben, doch aufgrund der anhaltenden systematischen Restriktionen Israels ist die Lebensmittelversorgung im Gazastreifen weiterhin nicht ausreichend und teuer.

Übersetzt aus dem Englischen von Olga Espín.

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