Nahost

Israelische Armee stürmt Flüchtlingslager in Dschenin und erschießt einen Palästinenser

Nach einem tödlichen Anschlag in Tel Aviv soll die israelische Armee bei einem Einsatz im Flüchtlingslager Dschenin einen Palästinenser getötet haben. Örtliche Moscheen nutzten am Samstag ihre Lautsprechersysteme, um die Bewohner zum Kampf gegen Israel aufzurufen.
Israelische Armee stürmt Flüchtlingslager in Dschenin und erschießt einen PalästinenserQuelle: AFP © Jaafar Ashtiyeh

Nach einem tödlichen Anschlag in Tel Aviv soll die israelische Armee bei einem Einsatz im palästinensischen Flüchtlingslager Dschenin einen jungen Mann getötet haben. Fünf weitere Menschen seien verletzt worden, teilte die palästinensische Gesundheitsbehörde am Samstag mit.

Palästinensische Medien identifizierten den toten Palästinenser als Ahmed Al-Saadi. Ersten Berichten zufolge war er Mitglied des Palästinensischen Islamischen Dschihad (PIJ). Dschenin gilt als Hochburg bewaffneter palästinensischer Gruppen im Norden des von Israel besetzten Westjordanlands.

Am Donnerstag hatte ein palästinensischer Angreifer namens Raad Hazem in einem belebten Viertel von Tel Aviv um sich geschossen und drei Israelis getötet. Der 28-jährige Angreifer wurde nach stundenlanger Fahndung erschossen. Es war bereits der vierte Anschlag in Israel innerhalb von gut zwei Wochen. Seit dem 22. März waren dabei insgesamt 14 jüdische Israelis durch arabische Israelis und Palästinenser aus Westjordanland getötet worden.

Am Samstag wurden heftige Feuergefechte zwischen palästinensischen Kämpfern und den Streitkräften der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (Israeli Defence Forces, IDF) im Flüchtlingslager gemeldet. Die IDF sollen ein Gelände der Familie des palästinensischen Angreifers umzingelt haben, der am Donnerstag einen tödlichen Angriff im Zentrum von Te Aviv verübt hatte. Wie in solchen Fällen üblich, dürfte das Haus der Familie des Angreifers bald zerstört werden. Es ist allerdings fraglich, ob solche Maßnahmen wirklich zur Abschreckung beitragen, wie die israelische Regierung in Tel Aviv immer behauptet. Sie könnten die Spannungen im Gegenteil noch verstärken.

Örtliche Moscheen nutzten am Samstag ihre Lautsprechersysteme, um die Bewohner in Dschenin zur Teilnahme am Kampf gegen die israelischen Besatzer aufzurufen, wie Videos in palästinensischen Medien zeigen.

Der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet hatte am Freitag mitgeteilt, der mutmaßliche Attentäter von Tel Aviv habe keine klaren Verbindungen zu bewaffneten palästinensischen Organisationen gehabt. Allerdings lobten sowohl die Hamas im Gazastreifen als auch Mitglieder der palästinensischen al-Aqsa-Brigaden in Dschenin den Anschlag. Die al-Aqsa-Brigaden sind der militärische Arm der Fatah des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas.

Seit Monaten war in Israel vor einem weiteren blutigen Ramadan gewarnt worden, nachdem es im vergangenen Mai schwere Unruhen sowie einen Waffengang zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen gegeben hatte. Vor dem Fastenmonat erleben Israel und die israelisch besetzten palästinensischen Gebiete nun eine neue Gewaltwelle.

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