Nahost

Attacke auf Wüstenkapitalismus: Warum greifen Huthi-Kämpfer Abu Dhabi an?

Die Saudische Militärkoalition startete kürzlich erfolgreich eine Gegenoffensive auf die von den Huthi-Milizen kontrollierte Provinz Schabwa. Die frohe Stimmung wurde allerdings getrübt, als Huthi-Milizen einen Drohnenangriff auf Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten durchführten. Die mögliche Verschärfung der Lage ist ein Schreckensszenario für die Emirate und die westlichen Investoren in Dubai und Abu Dhabi.
Attacke auf Wüstenkapitalismus: Warum greifen Huthi-Kämpfer Abu Dhabi an?Quelle: AP © Planet Labs PBC

Eine Analyse von Seyed Alireza Mousavi

Die von Saudi-Arabien geförderte Militärkoalition im Jemen brachte in den vergangenen Tagen die Provinz Schabwa unter ihre Kontrolle. Diese Meldung sorgte für Aufsehen in den westlichen Medien, da die saudische Koalition endlich "Huthi-Rebellen" zurückdrängen konnte. Die frohe Stimmung der Feierlichkeit wurde allerdings getrübt, als die Ansarullah-Bewegung (Huthi-Milizen) am 17. Januar erfolgreich einen Drohnenangriff auf die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate durchführte. In Abu Dhabi wurden nach Polizeiangaben drei Menschen getötet, als Benzintanks explodierten und ein Feuer am Flughafen ausbrach. 

Die Drohnen wurden vermutlich vom Flughafen Sanaa aus gestartet. Die Ansarullah-Bewegung im Jemen teilte in einer Erklärung mit, dass sich der Angriff gegen "wichtige und sensible Standorte und Einrichtungen der Emirate" gerichtet habe. In der Vergangenheit hatten die Huthi-Kämpfer mehrfach Luftangriffe gegen Ölanlagen in Saudi-Arabien geflogen. Die Angriffe auf die Emirate, die weit entfernt vom Jemen liegen, markieren jedoch eine Trendwende in diesem Konflikt und machen deutlich, dass die Jemeniten in der Lage sind, die Verbündeten der Saudis auch aus der Ferne ins Visier zu nehmen. Als Reaktion flog Saudi-Arabien heftige Luftangriffe auf Sanaa und andere Städte im Jemen. 

Das Aushängeschild der Vereinigten Arabischen Emirate ist zu einer riesigen Vergnügungsmetropole für westliche Urlauber geworden und das Land verkauft sich als Zentrum des hedonistischen Wüstenkapitalismus, in das westliche Konzerne investieren. Die Huthi-Milizen signalisierten mit dem Angriff auf die emiratische Hauptstadt, dass sich westliche Unternehmen im Fall einer Verschärfung der Lage zu ihrer eigenen Sicherheit in Zukunft von wichtiger Infrastruktur in den Emiraten fernhalten sollten. Diese Warnung ist ein Schreckensszenario für die Emirate und Investoren in Dubai und Abu Dhabi.

USA, Großbritannien und Frankreich sowie Israel verurteilten den Angriff auf Abu Dhabi. Die britische Außenministerin Liz Truss sprach auf Twitter von "Terrorangriffen", ohne die jüngsten Luftangriffe der saudischen Kriegskoalition auf zivile Strukturen in Sanaa zu erwähnen. Die Huthi-Milizen flogen eigentlich einen Luftangriff auf die Vereinigten Arabischen Emirate, weil die Vereinigten Arabischen Emirate, der wichtigste Verbündete Saudi-Arabiens, ihre Militärintervention im Jemen wieder verstärkt haben, obwohl der Golfstaat sich seit 2019 aus diesem Konflikt zurückgezogen hatte. Die Emirate mischen doch in letzter Zeit wieder militärisch mit. Die von den Emiraten unterstützte jemenitischen Kräfte im Südjemen nämlich, die Separatisten vom Südübergangsrat (STC), drängten kürzlich die Huthi in die Provinz Schabwa zurück, während sie für diese Offensive die Unterstützung der emiratischen Führung erhielten.

STC strebt eine Abspaltung des Südjemens an. Die von den Emiraten geförderten Separatisten gehen allerdings nicht nur gegen Huthi vor, sondern auch gegen die aus dem Ausland (aus der Hauptstadt Saudi-Arabiens Riad) agierende Regierung von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Insofern liegen Abu Dhabi und Riad in den interkoalitionären Grabenkämpfen über Kreuz. Die Hadi-Regierung und die Separatisten vom STC kämpfen eigentlich gemeinsam gegen die von Iran unterstützten Huthi-Milizen, die seit 2014 in Sanaa regieren. Der STC wird von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt, ist allerdings nicht von der saudischen Koalition anerkannt.

Jemen ist seit dem Ausbruch des Konflikts durch die von Saudi-Arabien angeführte Koalition von der Außenwelt abgeschottet. Während die saudische Militärkoalition gezielt zivile Einrichtungen und die für die Versorgung der Bevölkerung lebenswichtige Infrastruktur bombardiert, leiden Millionen Menschen im Jemen aufgrund der von den Saudis verhängten Blockade gegen Jemeniten unter anderem an akutem Hunger.

Mehr zum Thema - Hisbollah-Chef wirft Saudi-Arabien Terrorismusexport vor

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