Nahost

Netanjahu: Neue Regierung macht Israel zu einem US-"Protektorat" durch "Berichtspflicht"

Der Drohnenangriff auf einen israelischen Tanker heizte nicht nur den Konflikt zwischen Israel und Iran an. Er entfesselt nun auch einen innerisraelischen Streit zwischen der neuen Regierung und Oppositionsführer Netanjahu. Dieser hat Ministerpräsident Bennett US-Hörigkeit und Versagen in der Iran-Politik vorgeworfen.
Netanjahu: Neue Regierung macht Israel zu einem US-"Protektorat" durch "Berichtspflicht"Quelle: Reuters © Ronen Zvulun

Seine "Anti-Iran-Politik" sei erfolgreich gewesen, da er "die amerikanischen Präsidenten über die Pläne Israels in der Region im Dunkeln ließ". Das behauptete der ehemalige israelische Premierminister Benjamin Netanjahu.

Laut Times of Israel kritisierte Oppositionsführer Netanjahu die amtierende Regierung in Israel für eine sogenannte "Politik ohne Überraschungen" gegen Iran, indem sich die Regierung im Vorfeld mit den US-Amerikanern über mögliche Pläne abstimme. Er beklagte, dass die USA Israels Angriffe gegen seinen Rivalen Iran möglicherweise vereiteln würden. 

"Die Informationen, die in die USA gesendet werden, könnten in große US-Medien durchsickern. Auf diese Weise werden unsere Operationen vereitelt", zitiert die Times of Israel den Politiker. "Deshalb habe ich in den letzten zehn Jahren die Aufforderung US-amerikanischer Präsidenten abgelehnt, sie stets über unsere Aktionen zu informieren."

Netanjahu warf der neuen Regierung vor, dass sie Israel in eine Art "Protektorat" durch "Berichtspflicht" verwandelt habe. "Wenn wir in dieser Angelegenheit keine Unabhängigkeit haben, haben wir überhaupt keine Unabhängigkeit." Vergangenen Monat beschuldigte Netanjahu Außenminister Jair Lapid, Israel zu "gefährden", indem dieser versprach, die USA im Voraus über alle militärischen Aktionen zu informieren, die Israel gegen Iran ergreifen könnte.

Netanjahus Kritik an die neue Regierung erfolgt in einer Zeit, in der die USA, Großbritannien und Israel Reaktionen auf den jüngsten Angriff auf einen israelischen Tanker erwägen. Der Drohnenangriff auf einen israelischen Öltanker im Indischen Ozean hat den Konflikt zwischen Israel und Iran erneut angeheizt. Der von der Firma Zodiac Maritime des israelischen Unternehmers Ejal Ofer betriebene Öltanker MT Mercer Street wurde am Donnerstagabend vor der Küste Omans mit Raketen angegriffen. Die USA und Israel machten Iran für den Luftangriff verantwortlich. Zwei Besatzungsmitglieder, ein britischer und ein rumänischer Staatsbürger, sollen dabei getötet worden sein.

Im Gegensatz zu den jüngsten Behauptungen Netanjahus hatten hochrangige israelische Beamte während der vorherigen Regierung in Gesprächen mit den USA vereinbart, dass es bezüglich des iranischen Atomprogramms "keine Überraschungen" geben sollte und Meinungsverschiedenheiten hinter verschlossenen Türen behoben würden, bestätigte seinerzeit eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle gegenüber Times of Israel. Im März, als Netanjahu noch Premierminister war, sagte der damalige Außenminister Gabi Aschkenasi, dass sich Israel und die Biden-Regierung auf eine Politik "ohne Überraschungen" geeinigt hätten.

"Wir glauben zutiefst daran, sicherzustellen, dass wir und Israel eine Politik ohne Überraschungen haben werden, dass wir in Zukunft miteinander kommunizieren, damit wir ein besseres Verständnis haben", sagte der Nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, im April gegenüber NBC News.

Netanjahus Äußerungen am Montag erfolgten, nachdem Premierminister Naftali Bennett seinen Vorgänger angegriffen hatte, da dieser "eine Spur des Chaos" bezüglich der Iran-Frage hinterlassen habe.

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