Nahost

Hamas und Fatah-Führer in Kairo zu Gesprächen über Festigung der Waffenruhe mit Israel

Vor etwa 20 Tagen vereinbarten Israel und die Hamas nach heftigen Kämpfen eine Waffenruhe. Nun will die Hamas unter Vermittlung Ägyptens Gespräche über eine Festigung des Waffenstillstands, einen Gefangenenaustausch mit Israel sowie die Beilegung innerpalästinensischer Streitigkeiten in Kairo führen.
Hamas und Fatah-Führer in Kairo zu Gesprächen über Festigung der Waffenruhe mit IsraelQuelle: Reuters © Hussein Sayed

Hochrangige Hamas-Beamte unter der Leitung des Chefs des Politbüros Ismail Haniyya und eine Delegation der Fatah-Bewegung von Präsident Mahmud Abbas trafen am Dienstag in Kairo ein, um Gespräche mit hochrangigen ägyptischen Beamten, darunter Ägyptens Geheimdienstchef Abbas Kamel, zu führen und einen dauerhaften Waffenstillstand mit Israel zu festigen. 

Dabei handelt es sich um die ranghöchste Delegation, die die Hamas in die ägyptische Hauptstadt entsandt hat, seit die palästinensische Bewegung im Gazastreifen nach elftägigen Gefechten mit der israelischen Armee am 20. Mai eine Waffenruhe mit Israel erreichte.

Nahost-Experten betrachten Haniyyas Besuch als ein wichtiges Signal, da er kurz nach Kamels Besuch im Gazastreifen erfolgte. Ägyptens Geheimdienstchef hatte zuvor Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Jerusalem sowie die Funktionäre in den Palästinensischen Autonomiegebieten besucht.

Während Kamels Besuch in Jerusalem betonte Premierminister Netanjahu die Bedeutung der Rückführung der israelischen Staatsbürger Avera Mengistu und Hisham al-Sayed sowie der Leichen der vermissten israelischen Soldaten Hadar Goldin und Oren Shaul.

Der Chef des politischen Flügels der Hamas im Gazastreifen, Yahya Sinwar, erklärte sich ebenfalls zu Verhandlungen bereit. Sinwar machte diese Äußerungen am Rande seines Treffens mit dem ägyptischen Geheimdienstchef Kamel im Gazastreifen. Sinwar sagte seinerzeit, es habe in jüngster Zeit Fortschritte bei den Verhandlungen gegeben, aber die Pattsituation zwischen Regierung und Opposition in Israel habe jegliche Gespräche verhindert.

Ende Mai kam auch der israelische Außenminister Gabi Aschkenasi in Kairo mit seinem ägyptischen Amtskollegen Samih Schukri zusammen. Es war der erste offizielle Besuch eines israelischen Außenministers in Kairo seit 13 Jahren. Auch dabei ging es um einen dauerhaften Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas.

Haniyyas Besuch folgt nun auf eine Einladung aus Kairo im Vorfeld eines umfassenderen Treffens palästinensischer Fraktionen, das bereits nächste Woche beginnen könnte, sagte Hamas-Sprecher Hazem Kassem.

Jibril Rajoub, eine hochrangige Persönlichkeit der Fatah-Bewegung von Abbas, die die Palästinensische Autonomiebehörde leitet und im Westjordanland begrenzte Selbstverwaltung ausübt, wurde ebenfalls in Kairo erwartet, teilten palästinensische und ägyptische Quellen mit. 

Die Gespräche werden sich auf die Konsolidierung eines dauerhaften Waffenstillstands, den Wiederaufbau des Gazastreifens, einen Gefangenenaustausch zwischen der Hamas und Israel sowie die Beilegung innerpalästinensischer Streitigkeiten konzentrieren. Es wurde allerdings nicht berichtet, ob sich die Delegationen der rivalisierenden palästinensischen Gruppen auch treffen würden.

Bei dem heftigen gegenseitigen Raketenbeschuss zwischen Israel und der Hamas waren  254 Palästinenser getötet worden, darunter 66 Kinder. In Israel wurden nach eigenen zwölf Menschen durch aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen getötet.

Mehr zum Thema - Wie der Gazakonflikt die Bruchstellen der israelischen Gesellschaft offenbart

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