Nahost

Moskau: Weißhelme und Al-Nusra-Front planen Provokation in Syrien

Laut russischen Behörden führten syrische Terrororganisation, unterstützt von den umstrittenen "Weißhelmen", bereits mehrfach in der Vergangenheit Provokationen durch, indem sie Chemiewaffenangriffe inszenierten, um diese der syrischen Regierung in die Schuhe zu schieben.
Moskau: Weißhelme und Al-Nusra-Front planen Provokation in SyrienQuelle: Reuters © Hamid Khatib

Das russische Außenministerium hat gewarnt, dass die Terrorgruppe Al-Nusra-Front in der Deeskalationszone Idlib im Norden Syriens chemische Stoffe sammele, um sie gegen die Zivilbevölkerung einzusetzen. Nach Angaben des Ministeriums planen die Terroristen, die Provokation in Form von bereits in der Vergangenheit mehrmals inszenierten Chemieangriffen unter falscher Flagge mit Hilfe der Weißhelme durchzuführen.

Die Gruppe der Weißhelme bezeichnet sich selbst als Hilfsorganisation von Freiwilligen. Sie wurde vom ehemaligen britischen Armeeoffizier James Le Mesurier gegründet und gibt an, den Opfern des syrischen Bürgerkriegs zu helfen. Allerdings sind sie oft Seite an Seite mit Terroristen der Al-Nusra-Front gesichtet worden. Russische Behörden erklärten unter Berufung auf Augenzeugenberichte, dass die Gruppe dabei mithalf, chemische Angriffe zu inszenieren, um der syrischen Armee dafür die Verantwortung zu geben. Die Organisation gab vor, den Opfer zu helfen. 

Das russische Außenministerium teilte mit, es habe die Informationen über den geplanten Anschlag unter falscher Flagge von einer zuverlässigen Quelle erhalten. Das Ministerium betonte, dass der Angriff vor der wichtigen Präsidentschaftswahl in Syrien am 26. Mai stattfinden sollte. Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, erklärte: 

"Wir drücken die Hoffnung aus, dass die Offenlegung dieser Informationen helfen kann, diese kriminellen Pläne zu stören und den Tod unschuldiger Menschen zu verhindern."

Westliche Medien und Regierungen warfen Damaskus wiederholt vor, im Bürgerkrieg mit islamistischen Aufständischen und Terroristen Chemiewaffen gegen die eigenen Bürger einzusetzen. Nach den ersten Vorwürfen erklärte sich die Regierung bereit, alle ihre Chemiewaffenbestände unter Aufsicht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zu zerstören. Obwohl Damaskus seine chemischen Waffen bis Juni 2014 vernichtet hatte, warnte es, dass Terroristen, die einige Regionen des Landes kontrollieren, noch einige besitzen könnten, darunter alte Chemiewaffenbestände aus Lagern der syrischen Armee. 

Trotz der überwachten Zerstörung der Chemiewaffen beschuldigten westliche Regierungen Damaskus erneut, diese am 7. April 2018 in Duma in der Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus eingesetzt zu haben. Dieser Angriff wurde von den Weißhelmen gemeldet, die Videos veröffentlichten, die sie bei der angeblichen Behandlung von Überlebenden des angeblichen Angriffs zeigen. Obwohl Damaskus die Tat bestritt, starteten die USA, Großbritannien und Frankreich Luftangriffe gegen Ziele der syrischen Regierung und behaupteten, dass ihre Aktionen eine Vergeltung für den angeblichen chemischen Angriff seien.

Russische Chemie- und Militärexperten machten später Personen ausfindig, die Zeugen der Aktionen der Weißhelme waren und die erklärten, dass es keinen chemischen Angriff gab und dass Mitglieder der "humanitären" Truppe sie einfach von der Straße aufgriffen, sie mit Wasser übergossen und ihnen unbekannte Medikamente injizierten, unter dem Vorwand, sie gegen den Kontakt mit chemischen Waffen zu behandeln. Trotz ihrer Zeugenaussagen hat die OPCW den Vorfall in Duma nicht offiziell als Angriff unter falscher Flagge anerkannt.

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