Nahost

Iranischer Nuklearwissenschaftler bei Attentat nahe Teheran ermordet

Der iranische Physiker Mohsen Fachrisadeh wurde bei einem Attentat in der Nähe der Hauptstadt Teheran ermordet. Auch Mohsen Fachrisadeh soll wie frühere Opfer auf der Terrorliste des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad gestanden haben.
Iranischer Nuklearwissenschaftler bei Attentat nahe Teheran ermordetQuelle: AFP © IRIB NEWS AGENCY / AFP

Der renommierte iranische Physiker Mohsen Fachrisadeh wurde bei einem Attentat in der Nähe der Hauptstadt Teheran von unbekannten Angreifern ermordet, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim News. Dem Bericht zufolge sei der Physiker am Freitag in der Stadt Absard im Landkreis Damawand in der Provinz Teheran bei einem mehrstufigen Angriff – mit mindestens einer Explosion – angegriffen worden.

Fachrisadeh war Berichten zufolge der einzige iranische Wissenschaftler, dessen Name der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bereits vor etwa zwei Jahren in einer Rede erwähnt hatte. Die israelischen Medien berichteten seinerzeit, dass mehrere Attentate auf ihn in den letzten Jahren gescheitert seien. Fachrisadeh stünde auf der Terrorliste des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad. Die US-amerikanische Zeitschrift Foreign Policy zählte ihn im Jahr 2013 zu den 500 mächtigsten Personen der Welt. 

Berichten zufolge hatten die Attentäter zunächst auf ein anderes Fahrzeug gefeuert, bevor sie das Auto Fachrisadehs beschossen. Bei dem Vorfall wurden mehrere Menschen getötet, deren Identitäten noch unbekannt seien. Mehrere Verwandte von Fachrisadeh hätten ihn zum Zeitpunkt des Attentats begleitet.

Das Medienbüro des iranischen Verteidigungsministeriums teilte kürzlich mit, Fachrisadeh, Leiter der Organisation für defensive Innovation und Forschung (SPND) des Ministeriums, sei "bei Zusammenstößen zwischen seinem Sicherheitsteam und Terroristen schwer verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden, wo er seinen schweren Verletzungen erlag". Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif nahm zu dem Vorfall Stellung und sagte, es gebe "ernstzunehmende Hinweise auf die Rolle Israels" bei der Ermordung des Nuklearwissenschaftlers.

Bereits im Januar 2010 wurde der iranische Atomphysiker Massud Ali-Mohammadi durch eine gezielte Explosion getötet. Am 29. November 2010 starb bei einem Anschlag der Forscher Madschid Schahriari und wurde der Atomphysiker Fereidun Abbassi am selben Tag bei einem anderen Angriff verletzt. Im Juli 2011 wurde schließlich der Physiker Dariush Rezaei-Nejad ermordet. Im November 2011 erfolgte dann eine verheerende Explosion auf einem Raketentestgelände der Iranischen Revolutionsgarde. Dabei fand General Hasan Moghaddam den Tod. Er war für die Entwicklung weitreichender ballistischer Raketen Irans zuständig. Im Januar 2012 starb der Chemiker Mostafa Roschan, der Leiter der Anlage in Natanz durch einen Bombenanschlag. Nun erfolgte nach demselben Muster ein neuer Anschlag auf einen weiteren iranischen Wissenschaftler.

Mehr zum Thema - New York Times: Al-Qaida-Vize soll im Iran getötet worden sein