Nahost

Khashoggi-Verlobte erhebt in USA eine neue Klage gegen saudischen Kronprinzen

In der bei einem Bundesgericht in Washington eingereichten Klageschrift wirft Hatice Cengiz dem saudischen Kronprinzen vor, die brutale Tötung Khashoggis persönlich angeordnet zu haben, um den regimekritischen Journalisten zum Schweigen zu bringen.
Khashoggi-Verlobte erhebt in USA eine neue Klage gegen saudischen KronprinzenQuelle: Reuters © Umit Bektas

Die Verlobte des ermordeten saudischen Journalisten Jamal Khashoggi hat in den USA eine neue Klage gegen den saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman erhoben. In der bei einem Bundesgericht in Washington eingereichten Klageschrift wirft Hatice Cengiz ihm vor, die brutale Tötung Khashoggis persönlich angeordnet zu haben, um den saudischen Regierungskritiker zum Schweigen zu bringen. Cengiz reichte die Klage zusammen mit der von Khashoggi gegründeten Menschenrechtsorganisation Democracy for the Arab World Now (DAWN) ein. In der Anklage wurden zudem mehr als 20 andere Saudis als Beschuldigte genannt.

Khashoggi, der 59-jährige Kolumnist der Washington Post, wurde kurz nach dem Betreten des saudi-arabischen Konsulats in Istanbul im Oktober 2018 von einem Spezialkommando getötet und zerstückelt, als er Papiere für seine geplante Hochzeit abholen wollte. Die saudische Regierung hatte den Mord unter internationalem Druck eingeräumt. Das Land behauptet jedoch dieser sei ohne die Zustimmung von bin Salman durchgeführt worden. Kritiker bezweifeln jedoch, dass die Tötung ohne das direkte Wissen und das Einverständnis von bin Salman umgesetzt wurde. Die saudische Botschaft in USA reagierte nicht sofort auf die Bitte um eine Stellungnahme zur Klage. Der Kronprinz hatte bereits die Anordnung des Mordes an Khashoggi abgestritten.

Fast zwei Jahre nach der Ermordung des Journalisten Khashoggi hatte ein saudisches Gericht kürzlich fünf Angeklagte zu 20 Jahren Haft verurteilt. Damit hob ein saudisches Gericht die Ende vergangenen Jahres verhängte Todesstrafe gegen die fünf auf und wandelte sie in langjährige Haftstrafen um. Die Milderung des Urteils erfolgte nach der Erklärung der Söhne des getöteten Journalisten im vergangenen Mai, seinen Mördern vergeben zu haben. Nach dem in Saudi-Arabien praktizierten islamischen Recht erlaubt die Vergebung durch die Familie des Opfers, die Todesstrafe gegen die Angeklagten aufzuheben. 

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