Nahost

Libyen-Konflikt: USA drohen Haftar mit Sanktionen wegen angeblicher Erdölausfuhr-Blockade

Die USA drohen General Haftar, dem Anführer der Libyschen Nationalen Armee, Sanktionen dafür an, dass er angeblich keine Erdölausfuhr aus dem Land zulasse. Dies steht Informationen der LNA entgegen, wonach die Erdölinfrastruktur von örtlichen Stämmen blockiert wird.
Libyen-Konflikt: USA drohen Haftar mit Sanktionen wegen angeblicher Erdölausfuhr-BlockadeQuelle: Reuters © COSTAS BALTAS

Die USA haben Libyens Militärkommandeur im Osten des Landes, Chalifa Haftar, mit Sanktionen gedroht. Auf entsprechende Erklärungen der zuständigen US-Politiker verweist das Wall Street Journal. Ein US-Beamter äußerte gegenüber dem Blatt:

Das Außenministerium teilte Haftar die Androhung von Sanktionen mit, weil sein Verhalten in Bezug auf Einrichtungen der Erdöl-Infrastruktur im Osten Libyens lächerlich und kompromisslos ist.

Haftar selbst habe die US-Staatsbürgerschaft sowie Verbindungen zur CIA und besitze eine Ranch und ein Haus im US-Bundesstaat Virginia, betont das Blatt. Falls tatsächlich Sanktionen gegen Hafter verhängt werden sollten, haben die USA also zumindest theoretisch etwas gegen ihn in der Hand.

Anlass ist eine angebliche Erdölausfuhrblockade der libyschen Ölterminals, welche die mit dem provisorischen Ministerkabinett von Abdullah Abdulrahman at-Tani kooperierende Libysche Nationale Armee unter Haftars Kommando angeblich seit Januar verhängt haben soll. Das größte Ölfeld sowie der größte Exportterminal des Landes seien beschlagnahmt worden und (natürlich "Kreml-nahe") "russische Söldner" würden angeblich die Kontrolle über diese Infrastruktur ausüben, hieß es.

In der Tat kam die Erdölförderung in Libyen vor etwa fünf Monaten praktisch zum Erliegen. Demgemäß hat das Land bisher umgerechnet über 5,5 Milliarden Euro Verlust an Einnahmen aus Erdölexport zu beklagen.

Doch dem halten Vertreter der Libyschen Nationalen Armee schon länger entgegen, dass hinter der Stilllegung der Erdölinfrastruktur örtliche Stammesverbände stehen. Diese seien vor allem mit dem Verbleib aller Einnahmen in der Zentralbank in Tripolis unzufrieden. Von dort werde das Geld an bewaffnete Gruppierungen weitergeleitet, die die Regierung der Nationalen Einheit (GNA) unterstützen. Darunter seien sowohl Milizen libyscher Herkunft als auch Söldner, aber keine russischen, sondern solche, die die Türkei aus Syrien nach Libyen disloziere, erinnertTASS.