Asien

Erster Ansteckungsfall mit chinesischem Coronavirus in Japan

Auch in Japan ist erstmals das neuartige Coronavirus aus China bestätigt worden. Ein in Tokios Nachbarprovinz Kanagawa ansässiger Mann aus der Volksrepublik sei positiv auf den Erreger getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Tokio am Donnerstag mit.
Erster Ansteckungsfall mit chinesischem Coronavirus in JapanQuelle: Reuters © Wolfgang Rattay

Der Mann im Alter von etwa 30 Jahren sei am 6. Januar nach einem Besuch in der chinesischen Metropole Wuhan zurückgekehrt, wo die rätselhafte Lungenkrankheit im Dezember ausgebrochen war, berichtet das Portal Kyodo News.

Japanischen Behörden zufolge könnte er von einem Überträger mit dem Virus angesteckt worden sein. Zurzeit seien dem Gesundheitsministerium jedoch keine Verdachtsfälle einer sekundären Infektion bekannt, weder bei den Familienmitgliedern des Mannes noch bei den Ärzten, die ihn behandelt haben.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Infektion sich [in Japan] ausbreiten könnte, ist gering", so ein Vertreter des Gesundheitsministeriums.

Der Chinese soll am 3. Januar noch während seines Besuchs in Wuhan Fieber bekommen haben, woraufhin er am vergangenen Freitag in Japan in ein Krankenhaus eingewiesen worden sei. Ein Labortest des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten bestätigte die Ansteckung mit dem Coronavirus. Am Mittwoch konnte der Mann jedoch aufgrund der Verbesserung seines Gesundheitszustandes bereits entlassen werden. Die Regierung Japans bildete in diesem Zusammenhang eine Arbeitsgruppe im Rahmen des dem Amt des Ministerpräsidenten Abe unterstehenden Zentrums für Krisenbekämpfung, die demnächst mehr Informationen über die mysteriöse Krankheit erheben soll.

Bisher wurden 41 Ansteckungsfälle mit der Lungenkrankheit in Wuhan bestätigt, die durch den neuartigen Coronavirus verursacht wurden. Ein Mensch ist inzwischen mit schweren anderen gesundheitlichen Problemen an den Komplikationen gestorben. Laut vorläufigen Angaben wird der Krankheitsausbruch mit dem Huanan-Fischmarkt von Wuhan in Verbindung gebracht, den die Angesteckten zuvor besucht bzw. dort gearbeitet haben. Der kürzlich erkrankte chinesische Staatsbürger stritt jedoch den Besuch des Fischmarktes ab, was die Gesundheitsbehörden des Landes eine Ansteckung durch einen engen Kontakt mit einem Virus-Träger nicht ausschließen lässt.

Den ersten Ansteckungsfall im Ausland hatte es in Thailand gegeben, wo der Erreger bei einer Chinesin nachgewiesen wurde, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Vortag berichtete. Auch in Hongkong, Singapur und Südkorea gibt es Verdachtsfälle, die aber nicht bestätigt sind.

Möglicherweise kommt das Virus aus der Tierwelt. Bislang gibt es laut WHO "keine klaren Beweise" für eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch. Coronaviren verursachen oft harmlose Erkrankungen wie Erkältungen – allerdings gehören auch Erreger gefährlicher Atemwegskrankheiten wie SARS und MERS dazu.

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(rt deutsch/dpa)

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