Asien

Hongkong-Proteste: Hunderte Demonstranten verbarrikadieren sich in Universität

In der Nacht zum Montag lieferten sich in Honkong Demonstranten und Polizei schwere Auseinandersetzungen. Demonstranten legten bei der Belagerung der Polytechnischen Universität Feuer und warfen Brandsätze. Der Wortführer der Protestbewegung verteidigte die Proteste.
Hongkong-Proteste: Hunderte Demonstranten verbarrikadieren sich in UniversitätQuelle: Reuters © Adnan Abidi

Hunderte Demonstranten verbarrikadierten sich in der Polytechnischen Universität. Einige konnten, trotz des Einsatzes von Tränengas durch die Polizei, flüchten. Unter den Hunderten, die sich noch in der Universität aufhalten, soll es zahlreiche Verletzte geben.

Die Demonstranten setzen Brandbomben, Ziegelsteine, improvisierte Katapulte, Schlingen und Pfeilbögen gegen die Polizei ein. Über den Kurznachrichtendienst Telegram riefen Sympathisanten dazu auf, die Polizei durch weitere Aktionen abzulenken. Auf den Straßen errichteten sie neue Barrikaden. 

Der Hongkonger Joshua Wong gilt als Wortführer der Protestbewegung. Er zeigte Verständnis für die Demonstranten: 

Mit rein friedlichem Protest werden wir unser Ziel nicht erreichen. Allein mit Gewalt allerdings auch nicht. Wir brauchen beides. 

Am Montag schrieb die Hongkonger Polizei auf Twitter: 

Um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, appelliert die Polizei an alle Angehörigen der Polytechnischen Universität, ihre Waffen und gefährlichen Gegenstände niederzulegen, ihre Gasmasken zu entfernen und die oberste Ebene der Cheong Wan Road South Brücke ordnungsgemäß zu verlassen. 

Angesichts der anhaltenden Gewalt und Störung des öffentlichen Lebens verließen viele chinesischen Studenten aus Angst um ihre Sicherheit Honkongs Universitäten. Die chinesische Regierung in Peking versprach den Studenten eine kostenlose Unterbringung in der nahegelegenen chinesischen Stadt Shenzhen. Demonstranten in Hongkong hatten in den sozialen Netzwerken gedroht, in die Wohnheime der chinesischen Studenten und chinesischen Professoren einzudringen, um nach chinesischen Flaggen zu suchen.  

Ein Hongkonger Bürger berichtete gegenüber RT Deutsch über die Zustände in der Sonderverwaltungszone: 

Die Unruhen sind jedes Wochenende unerträglich, als ob es ein Job der Demonstranten wäre. Die Randalierer gehen arbeiten, gehen an den Wochentagen zur Schule und werfen am Samstag- und Sonntagnachmittag Brandbomben auf die Polizei. Tränengas wird auf sie geschossen. Dies macht Hongkong zu einer Stadt der Dritten Welt, mit Menschen, die nicht mit Vernunft vorgehen. Es sieht nicht so aus, als würde das bald nachlassen. 

Die Proteste halten nun schon seit Wochen an. Ausgelöst wurden sie durch ein geplantes "Auslieferungsgesetz", welches den Weg frei machen sollte, Kriminelle aus Hongkong in China vor Gericht stellen zu können. Eine Protestbewegung entstand, welche sich gegen den Verlust des Sonderstatus Hongkongs richtete. Die Proteste aber wurden zunehmend von Gewalt geprägt. 

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