Asien

Wahlen in Indien: Premierminister Modi könnte zweite Amtszeit antreten

Mehr als 900 Millionen Menschen in Indien waren wahlberechtigt. Im Bundesstaat Westbengalen gab es gewaltsame Zusammenstöße zwischen der hindu-nationalistischen Regierung von Premierminister Modi und der regionalen Partei TMC. Modi wird vorgeworfen, Stimmung gegen Muslime zu machen.
Wahlen in Indien: Premierminister Modi könnte zweite Amtszeit antretenQuelle: Reuters © Adnan Abidi

Eine Million Wahllokale standen in der sechswöchigen Wahl in sieben Etappen bereit. Am Donnerstag sollen alle Stimmen ausgezählt sein. Nach zahlreichen Wählerbefragungen wird die hindu-nationalistische Partei Bharatiya Janata (BJ) des amtierenden Premierministers Narendra Modi erneut die Wahlen mit ihrer National-demokratischen Allianz (NDA) gewinnen.

Für Modi würde ein Sieg eine zweite fünfjährige Amtszeit bedeuten. Er bezeichnete die Wahlen als "Festival der Demokratie" und versprach im Wahlkampf, gegen die Korruption im Land anzugehen und mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Der strenggläubige Hindu präsentierte sich als Schutzpatron der hinduistischen Lebensweise. Kritiker werfen Modi vor, das Land spalten zu wollen und Stimmung gegen Muslime zu machen. 

In den Wahlkampf fielen auch die Auseinandersetzungen zwischen Pakistan und Indien, ausgelöst durch ein Attentat am 14. Februar auf indische paramilitärische Polizisten im Distrikt Pulwama in der umkämpften Kaschmir-Region. Die Regierung Delhis machte Pakistan dafür verantwortlich, Terroristen Unterschlupf zu gewähren, und flog Angriffe auf ein Trainingszentrum der Terrorgruppe Jaish-e Mohammed auf pakistanischem Hoheitsgebiet. Modi versprach, die Souveränität Indiens gegenüber dem Feind Pakistan zu schützen. 

Modis Herausforderer Rahul Gandhi von der Kongresspartei (INC), der die Vereinigte Progressive Allianz (UPA) anführt, versprach im Gegenzug zu Modi, die Minderheiten Indiens zu schützen und das Leben der Armen zu verbessern. Der 48-jährige Gandhi entstammt einer berühmten Politiker-Familie. Sein Urgroßvater Jawaharlal Nehru war Lok Sabhas erster Premierminister. In den letzten Wahltagen kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen im Bundesstaat von West-Bengalen zwischen Modis Anhängern und der regionalen TMC. Vor zwei Wahllokalen gab es Bombenexplosionen. Ein Wahllokal wurde verwüstet. 

Mehr als 8.000 Kandidaten standen im Kampf um die 543 Parlamentssitze zur Wahl. Nach dem britischen Wahlsystem muss ein Kandidat zunächst seinen Wahlkreis gewinnen, um Anspruch auf einen Parlamentssitz zu erhalten. 

Der Frauenanteil unter den Kandidaten lag allerdings nur bei neun Prozent. Die Endergebnisse der Wahl werden am 23. Mai bekanntgemacht. Modi beendete den Wahlmarathon mit einer hinduistischen Pilgerreise in den Himalaja. 

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