Asien

Südkorea wirft Nordkorea neue Waffentests vor

Nordkorea äußert schon länger seinen Unmut über die Weigerung der Vereinigten Staaten, Sanktionen gegen das Land zu lockern. Am Samstag soll Pjöngjang laut Berichten aus Südkorea neue Waffen getestet haben. Es scheinen allerdings keine verbotenen Raketen gewesen zu sein.
Südkorea wirft Nordkorea neue Waffentests vorQuelle: Reuters

Inmitten der festgefahrenen Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten über sein Atomwaffenprogramm soll Nordkorea am Samstagmorgen eine Waffenübung durchgeführt haben. Das nordkoreanische Militär habe im Rahmen eines Waffentests mehrere "Projektile" von kurzer Reichweite in Richtung offenes Meer abgefeuert, teilte der Generalstabschef der südkoreanischen Streitkräfte mit. Unklar war zunächst, um welchen Waffentyp es sich dabei handelte. Vermutet wurde, dass Raketen von einem Mehrfach-Raketenwerfer aus abgeschossen wurden. Zunächst war vom Start einer einzelnen Rakete die Rede gewesen.

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Die Projektile wurden den südkoreanischen Angaben zufolge im Abstand von etwa 20 Minuten von der Ostküste des Nachbarlandes aus abgeschossen. Sie seien etwa 70 bis 200 Kilometer weit geflogen und dann ins Meer gestürzt. Es seien keine ballistischen Raketen gewesen, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen Militärvertreter.

Die US-Regierung nahm zunächst nicht inhaltlich Stellung dazu. Man habe die Aktionen Nordkoreas wahrgenommen, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders. Die Lage werde weiter beobachtet.

Neue Tests mit solchen Raketen durch Nordkorea könnten als Zeichen offener Herausforderung an US-Präsident Donald Trump gewertet werden. Der jüngste Waffentest erfolgte etwa anderthalb Jahre nach dem Start einer Interkontinentalrakete durch Nordkorea, der international als Provokation bewertet worden war. Die kommunistische Führung hatte damals erklärt, mit ihren Raketen das gesamte Festland der USA erreichen zu können.

Seit dem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-un und US-Präsident Donald Trump im Februar in Vietnam nahm die Unsicherheit wegen der Lage auf der koreanischen Halbinsel wieder zu. Beide Seiten konnten sich in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Nordkoreas nicht einigen. Zuletzt bekundete Nordkorea mehrfach seinen Unmut über die Weigerung der USA, die Sanktionen gegen das Land zu lockern. Im April erklärte die Regierung in Pjöngjang zudem, nicht länger mit US-Außenminister Mike Pompeo als Verhandlungsführer über ihr Atomprogramm sprechen zu wollen. Sie warf ihm vor, die Gespräche zu behindern. Mike Pompeo wies dies zurück. (dpa)

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