Asien

Okinawa: Gouverneur will Bau neuer US-Militärbasis verhindern

Der neu gewählte Gouverneur von Okinawa wird im November in die USA reisen und dort gegen den Bau eines neuen US-Stützpunkts auf Okinawa einzutreten. Die Regierung Tokios treibt jedoch den Bau ungeachtet von Umweltbedenken und Protesten der japanischen Bevölkerung voran.
Okinawa: Gouverneur will Bau neuer US-Militärbasis verhindernQuelle: Reuters © Eugene Hoshiko/Pool via REUTERS

Denny Tamaki ist der Sohn eines US-Soldaten und seiner japanischen Mutter aus Okinawa. Nachdem sein Vorgänger einem Krebsleiden erlag, wurde Tamaki am 4. Oktober zum neuen Gouverneur von Okinawa gewählt. Damit setzte er sich gegen seinen Kontrahenten, der vom japanischen Premierminister Shinzo Abe unterstützt wurde, durch. Tamaki ist ein klarer Gegner des neuen US-Stützpunkts von Futenma, neben Henoko und der ohnehin sehr hohen US-Militärpräsenz.

Auf Okinawa sind derzeit 54.000 Angehörige der US-Truppen stationiert. Die Stützpunkte nehmen 64 Prozent Okinawas ein. Die protestierenden Bewohner fühlen sich wie unter einer Besatzung. Offiziell endete die Besatzung des Inselparadieses durch die USA angeblich bereits im Jahr 1972. Die japanischen Einwohner klagen über die Lärmbelästigung, die Umweltschäden sowie kriminelle Vergehen von US-Soldaten auf der Insel. 

Seine Hoffnung setzt Tamaki nun auf das Verständnis der US-Bürger:

Ich möchte, dass das amerikanische Volk versteht, was passsiert ist und was passieren sollte, um dieses Problem zu lösen.

Im November will Tamaki in die USA reisen. Die genauen Daten wurden noch nicht festgelegt. Fest steht: US-Präsident Donald Trump wird ihn nicht empfangen. Auch sein Vorgänger hatte bereits versucht, in den USA für eine Reduzierung der US-Truppenpräsenz zu werben. Auf Okinawa würden "demokratische" Prozesse ignoriert, so Tamaki: 

Die Menschen aus Okinawa haben sich mehr als zwei Jahrzehnte gegen den neuen Stützpunkt gewehrt, also gibt es einen grundlegenden Fehler im Bezug auf Henoko. Wir sind der Ansicht, die japanische Regierung sollte der US-Regierung klarmachen, dass Henoko allein nicht die einzige Lösung ist. 

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Der 59-jährige Halb-Japaner hat seinen amerikanischen Vater nie kennengelernt. Dieser hatte sich seinen väterlichen Pflichten entzogen. Bei seiner US-Reise aber würde er ihn gerne in die Arme schließen. Tamaki hatte im Wahlkampf betont, dass ihm seine multikulturelle Herkunft bei Verhandlungen mit den USA sicher helfen werde. 

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