
Islamabad: Afghanische Verluste bei jüngster Eskalation nahe 1.000
Afghanistans Streitkräfte hätten bei der jüngsten Eskalation des Grenzkonflikts mit Pakistan Verluste von fast 1.000 Mann erlitten, wie Beamte in Islamabad behaupten.
Informationsminister Attaullah Tarar verkündete, dass seit Donnerstag mindestens 415 Taliban-Kämpfer und verbündete Militante bei Luftangriffen und Zusammenstößen getötet und mehr als 580 verletzt worden seien. Er teilte die Zahlen in einem Beitrag auf X mit.
Der Minister gab außerdem an, dass 182 afghanische Kontrollpunkte sowie 185 Panzer, gepanzerte Fahrzeuge und Artilleriegeschütze zerstört worden seien, wobei Luftangriffe auf 46 Orte im ganzen Land gerichtet gewesen seien.

Kabul hat sich zu den von Tarar genannten Zahlen nicht geäußert. Der Sprecher der afghanischen Regierung, Hamdullah Fitrat, behauptete am Samstag, dass bei den dreitägigen Grenzkonflikten 78 Menschen ums Leben gekommen seien, darunter 12 pakistanische Soldaten und ein Zivilist sowie 13 afghanische Soldaten und 52 afghanische Zivilisten, überwiegend Frauen und Kinder. Die Opfer seien in den Provinzen Paktika, Khost, Kunar, Nangarhar und Kandahar zu beklagen, erklärte er in separaten Stellungnahmen auf X.
Die Zahlen beider Seiten konnten nicht unabhängig überprüft werden.
Pakistan hat am frühen Freitagmorgen schwere Artillerie- und Luftangriffe auf seinen westlichen Nachbarn gestartet, als Reaktion darauf, dass afghanische Taliban-Kräfte am Vortag pakistanische Grenzposten beschossen und zwei Soldaten getötet hatten.
Kabul bezeichnete die grenzüberschreitenden Angriffe als "Vergeltungsmaßnahmen" für die pakistanischen Luftangriffe vom vergangenen Sonntag. Der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Asif bezeichnete die Eskalation später als "offenen Krieg" und warf der afghanischen Taliban-Regierung vor, "Terrorismus zu exportieren".
Die Beziehungen zwischen den Nachbarländern haben sich seit der Rückkehr der Taliban an die Macht im Jahr 2021 nach dem Abzug der USA stetig verschlechtert. Seit März 2024 kam es immer häufiger zu Grenzkonflikten, die im Oktober 2025 ihren Höhepunkt erreichten, als die pakistanische Armee während Gefechten mit Taliban-Kräften 19 afghanische Grenzposten einnahm.
Die Beziehungen haben sich in den letzten Monaten weiter verschlechtert, da Pakistan militante Gruppen beschuldigt, mit Unterstützung der Taliban-Regierung vom afghanischen Territorium aus zu operieren – eine Behauptung, die Kabul zurückweist. Pakistan hat Afghanistan zudem vorgeworfen, seine militärischen und politischen Beziehungen zu Indien auf Kosten Islamabads auszubauen, während Kabul darauf besteht, dass es das Recht habe, Beziehungen zu jedem Land zu unterhalten.
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