
Südkorea: Ehemaliger Präsident Yoon zu lebenslanger Haft verurteilt

In Südkorea hat ein Gericht den ehemaligen Präsidenten Yoon Suk-yeol zu lebenslanger Haft verurteilt, wie die Nachrichtenagentur Yonhap am Donnerstag berichtete. Dem ehemaligen Staatsoberhaupt wurde vorgeworfen, einen Staatsstreich im Jahr 2024 angeführt zu haben.
Laut Anklageschrift habe sich Yoon mit dem ehemaligen Verteidigungsminister Kim Young-hoon und anderen Personen verschworen und ohne ausreichende Gründe das Kriegsrecht ausgerufen, um an der Macht zu bleiben und die verfassungsmäßige Ordnung zu untergraben. Yoon bekannte sich jedoch nicht schuldig und erklärte, er habe sein verfassungsmäßiges Recht als Präsident ausgeübt.
Ebenfalls am Donnerstag wurde der ehemalige Verteidigungsminister zu 30 Jahren Haft wegen der Teinahme an dem Staatsstreich verurteilt.
Am 3. Dezember 2024 verhängte Yoon Suk-yeol das Kriegsrecht. Er gab außerdem den Streitkräften und der Polizei den Befehl, das Gelände der Nationalversammlung abzusperren und deren Sprecher festzunehmen. Der ehemalige Präsident begründete seine Entscheidung mit der Notwendigkeit, "die Verfassungsordnung zu schützen und die Anhänger Nordkoreas" in der Republik zu bekämpfen.
Den südkoreanischen Abgeordneten gelang es jedoch, durch die Absperrung zum Gebäude des Parlamtes durchzubrechen und einige Stunden später für die Aufhebung des Kriegsrechts zu stimmen. Zudem enthob das Parlament den Präsidenten seines Amtes.
Yoon wurde am 15. Januar 2025 wegen Korruptionsvorwürfen festgenommen. Dies war ein beispielloser Fall, bei dem die Ermittlungsbehörden eine Person verhafteten, die den Staat regiert hatte. Später wurde Yoon in Gewahrsam genommen, was Ärger unter seinen Anhängern erregte und zu Unruhen führte.

Im Januar beantragte die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe für den ehemaligen Präsidenten Südkoreas. Die Anklage bezeichnete ihn als Anführer eines Staatsstreichs, der versucht habe, sich an der Macht zu halten, indem er die Kontrolle über die Judikative und Legislative übernommen habe.
Die Chancen des ehemaligen Präsidenten Südkoreas auf eine Änderung des Urteils seien nicht sehr hoch, da die südkoreanische Gesellschaft gegen ihn sei. Dies erklärte Ilja Beljakow, Professor an der Universität Suwon, im Radiosender RBC. Laut Beljakow habe sich fast das ganze Land von Yoon abgewandt, obwohl der ehemalige Staatschef immer noch einige Anhänger habe: Nach verschiedenen Einschätzungen wird er von etwa fünf bis sieben Prozent der Anhänger der konservativen Partei unterstützt.
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