Asien

Medienbericht: Taiwan will bei Militärübungen Erfahrungen der Ukraine berücksichtigen

Die taiwanesische Armee will laut Medienberichten die Erfahrungen der Ukraine berücksichtigen, die sie im Laufe der russischen Militäroperation gemacht hat. Analysten weisen darauf hin, dass sich das osteuropäische Land geographisch deutlich von der Insel im Pazifik unterscheidet.
Medienbericht: Taiwan will bei Militärübungen Erfahrungen der Ukraine berücksichtigen© Ceng Shou Yi/NurPhoto via Getty Images

Taiwans Streitkräfte studieren die Militärtaktiken in der Ukraine und werden diese bei den bevorstehenden Militärübungen berücksichtigen, um für den Fall eines Angriffs chinesischer Truppen gewappnet zu sein. Dies berichtete die Zeitung Taipei Times am Mittwoch.

Das jährliche Manöver mit dem Codenamen Han Kuang wird auf der Insel in zwei Phasen abgehalten. Im Mai wird eine Stabsrahmenübung mit Computersimulationen möglicher militärischer Zusammenstöße mit Einheiten der chinesischen Volksbefreiungsarmee stattfinden. Im Juli findet eine fünftägige Übung statt, bei der Truppen aller Teilstreitkräfte scharfe Munition verwenden.

Taiwans Verteidigungsministerium hatte zuvor eine spezielle Arbeitsgruppe zur Untersuchung der militärischen Taktik in der Ukraine eingesetzt. Gleichzeitig tauscht die taiwanesische Seite mit ihren US-amerikanischen Kollegen Ansichten und Analysen über die Situation in dieser Frage aus.

Analysten weisen darauf hin, dass sich die geographischen Besonderheiten Taiwans erheblich von denen der Ukraine unterscheiden. Die Insel ist überwiegend gebirgig und durch eine 180 Kilometer lange Meerenge vom chinesischen Festland getrennt, was die Landung von Truppen sehr schwierig macht.

Chen Mintung, der Chef des taiwanesischen Geheimdienstes, ist der Ansicht, dass Festlandchina in den nächsten drei Jahren wohl kaum einen Militäreinsatz zur Übernahme Taiwans wagen werde. Seiner Ansicht nach hätten die Entwicklungen in der Ukraine und das Ausmaß der antirussischen Sanktionen es den chinesischen Behörden ermöglicht, "eine Lektion für sich selbst zu lernen" und in der Taiwan-Frage eine vorsichtigere Haltung einzunehmen.

Seit dem Jahr 1949 steht Taiwan unter einer eigenen Verwaltung, nachdem sich die verbliebenen Anhänger der Kuomintang nach ihrer Niederlage im chinesischen Bürgerkrieg unter der Führung von Chiang Kai-shek auf die Insel zurückgezogen hatten. Seitdem trägt die Insel die Flagge und einige weitere Attribute der ehemaligen Republik China, die vor der Machtübernahme der Kommunisten auf dem Festland bestand. Die Volksrepublik China betrachtet Taiwan als integralen Bestandteil ihres Territoriums und strebt eine Wiedervereinigung an, wobei sie die Möglichkeit nicht ausschließt, mit militärischer Gewalt gegen Separatisten auf der Insel vorzugehen.

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