Asien

US-Außenminister Blinken: "Hat man die Russen einmal im Haus, wird man sie kaum wieder los"

Wegen der Unruhen in Kasachstan sorgen 2.500 Soldaten der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) für Ordnung in der früheren Sowjetrepublik. Die USA hinterfragen die Zweckmäßigkeit des Einsatzes. Russlands Außenministerium weist das State Department zurecht.
US-Außenminister Blinken: "Hat man die Russen einmal im Haus, wird man sie kaum wieder los"Quelle: AFP © DIMITAR DILKOFF

Der US-Außenminister Antony Blinken hat am 7. Januar die angespannte Situation in Kasachstan kommentiert. Dabei hinterfragte er die Rolle der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS), deren Mitgliedsstaaten Russland, Kirgisistan, Armenien, Weißrussland und Tadschikistan zuvor insgesamt 2.500 Armeeangehörige in die frühere Sowjetrepublik abkommandiert hatten.

Blinken zufolge seien die kasachischen Behörden imstande, die Situation mit eigenen Kräften zu bewältigen. Die USA hätten Fragen im Zusammenhang mit dem Appell des kasachischen Präsidenten Qassym-Schomart Toqajew an die OVKS, seinem Land Unterstützung zu leisten.

Gleichzeitig warnte der US-Außenminister die kasachische Führung vor Hilfe aus Russland:

"Eine Lektion der jüngsten Geschichte ist, dass sich die Russen, wenn sie einmal in deinem Haus sind, mitunter nur sehr schwierig loswerden lassen."

In der Nacht zum 8. Januar bezeichnete das russische Außenministerium diese Äußerung von Blinken als "rüpelhaft" und "giftig". Die Behörde verteidigte den OVKS-Einsatz in Kasachstan und nannte ihn völlig legitim. Gleichzeitig wiesen die russischen Diplomaten den US-Außenminister auf deren Lektionen für die Geschichte hin:

"Wenn US-Amerikaner in deinem Haus aufgetaucht sind, ist es manchmal schwer am Leben zu bleiben, ohne ausgeraubt und vergewaltigt zu werden."

Das sei die Lehre der 300 Jahre langen Geschichte des US-Staates. Die Urbewohner des nordamerikanischen Kontinents, die Koreaner, die Vietnamesen, die Iraker, die Panamaer, die Jugoslawen, die Libyer, die Syrer und viele andere Unglückliche, in deren Häusern sich dieser ungebetene Gast eingefunden hätte, könnten davon ein Lied singen.

Die gewaltsamen Massenproteste hatten sich vor ungefähr einer Woche an rasch gestiegenen Gaspreisen entzündet. Protestierende stürmten Verwaltungsgebäude in mehreren Städten, es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. Ungefähr 1.000 Menschen sollen Verletzungen erlitten haben. Das kasachische Innenministerium sprach zuletzt von mindestens 18 getöteten Sicherheitskräften. Bis zum 19. Januar wurde landesweit der Ausnahmezustand ausgerufen. Die Regierung begann eine Antiterroroperation. Obwohl Präsident Qassym-Schomart Toqajew die Gaspreise inzwischen deckelte, kam das Land nicht zur Ruhe. Der Staatschef bat die OVKS um Unterstützung. Russland, Kirgisistan, Armenien, Weißrussland und Tadschikistan schickten Armeeangehörige in die ehemalige Sowjetrepublik, damit sie insbesondere Verwaltungsgebäude und diplomatische Vertretungen schützten.

Mehr zum Thema - Interesse an Stabilität und Sicherheit – Nachbarstaaten setzen auf friedliche Lösungen in Kasachstan

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