Asien

Indien: Christusstatue und Weihnachtsmann-Attrappen absichtlich zerstört

Offenbar steigt die Intoleranz gegenüber der christlichen Minderheit in Indien. Eine Christusstatue wurde niedergerissen, zahlreiche Weihnachtsmann-Attrappen wurden verbrannt, bekennende Christen bedroht. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Weihnachtsfeiertage.
Indien: Christusstatue und Weihnachtsmann-Attrappen absichtlich zerstörtQuelle: Gettyimages.ru © Stephan Loeber-Bottero / EyeEm

In den frühen Morgenstunden des Sonntags wurde eine Statue von Jesus Christus am Eingang der historischen Holy Redeemer Church in der indischen Stadt Ambala von unbekannten Tätern mutwillig zerstört. Pfarrer Patras Mundu erklärte in diesem Zusammenhang:  

"Die Kirche ist jahrhundertealt und hat eine große historische Bedeutung. Sie wurde in den 1840er Jahren gegründet. Aber einen solchen Vorfall hat es hier noch nie gegeben."

Patras Mundu fügte hinzu:

"Die Videoüberwachung ergab, dass zwei Personen gegen 12.30 Uhr in das Gebäude eingedrungen waren. Wir hatten die Weihnachtsgebete um 21.30 Uhr beendet, und aufgrund der nächtlichen COVID-Beschränkungen wurde die Kirche pünktlich geschlossen."

Nun wurde ein Strafverfahren gegen die beiden Unbekannten wegen Entweihung der Christusstatue, Verletzung religiöser Gefühle und Hausfriedensbruchs eingeleitet. Die Umgebung der Kirche bietet unterdessen einen traurigen Anblick.

Der Vorfall war jedoch keine Ausnahme. In der Stadt Assam betraten zwei Demonstranten in der Weihnachtsnacht eine Kirche, störten den Gottesdienst und forderten alle Hindus auf, das Gebäude zu verlassen.

Zudem verbrannten in der Stadt Agra im Bundesstaat Uttar Pradesh Mitglieder von Hindu-Gruppen vor von Missionaren geleiteten Schulen Attrappen des Weihnachtsmanns und beschuldigten die christlichen Missionare, Weihnachtsfeiern zu nutzen, um Menschen anzulocken. Ajju Chauhan von einer Hindu-Organisation sagte:

"Wenn der Dezember kommt, werden die christlichen Missionare im Namen von Weihnachten, Weihnachtsmann und Neujahr aktiv. Sie ködern Kinder, indem sie den Weihnachtsmann Geschenke verteilen lassen und sie zum Christentum locken."

Indiens christliche Minderheit, die rund zwei Prozent der Bevölkerung ausmacht, ist immer häufiger Ausschreitungen vonseiten radikaler Hindu ausgesetzt. Im Jahr 2021 wurde ein bemerkenswerter Anstieg der Anzahl von Übergriffen verzeichnet. Sie sind Ausdruck einer Atmosphäre zunehmender religiöser Intoleranz gegenüber nicht-hinduistischen Minderheiten, insbesondere Muslimen und Christen. Das Ganze entwickelt sich unter der Regierung von Bharatiya Janata Party, die von einigen Beobachtern als rechtsextreme hindu-nationalistische Partei bewertet wird.

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