Asien

Tauschhandel: Sri Lanka liefert Tee für Öl aus Iran

Der südasiatische Inselstaat Sri Lanka hat eine Lösung gefunden, um seine hohen Ölschulden gegenüber Iran zu tilgen. Um US-Sanktionen zu entgehen, einigten sich beide Seiten, dass Sri Jayewardenepura Teheran in Form eines Tauschhandels mit Tee beliefert.
Tauschhandel: Sri Lanka liefert Tee für Öl aus IranQuelle: Reuters © Dinuka Liyanawatte

Sri Lanka hat angekündigt, dass es Iran Tee leifern wird, um seine Schulden für frühere Ölimporte zu begleichen. Der Tauschhandel wird dem südasiatischen Land helfen, die US-Sanktionen für den Handel mit Teheran zu umgehen und seine schwindenden Devisenreserven zu schonen.

Vertreter beider Länder unterzeichneten eine Absichtserklärung, in der sie bestätigten, dass Sri Lanka seine Ölimportschulden gegenüber Iran in Höhe von 251 Millionen US-Dollar durch den Export von Tee begleichen wird. Das teilte der Leiter des sri-lankischen Plantagenministeriums Ramesh Pathirana mit. Er erklärte:

"Wir hoffen, jeden Monat Tee im Wert von fünf Millionen US-Dollar zu versenden, um Iran die seit vier Jahren ausstehenden Ölkäufe zu erstatten."

Der Tauschhandel werde "keine UN- oder US-Sanktionen verletzen, da Tee aus humanitären Gründen als Nahrungsmittel eingestuft wurde und keine der auf der schwarzen Liste stehenden iranischen Banken in die Gleichung einbezogen wird", heißt es in einer vom Plantagenministerium herausgegebenen Erklärung. Die Behörde fügte hinzu:

"Die empfohlene Vereinbarung wird es Sri Lanka ermöglichen, dringend benötigte Devisen zu sparen, da die Zahlung an Iran durch den Vertrieb von Ceylon-Tee in sri-lankischen Rupien erfolgen wird."

Während der Amtszeit von Donald Trump wurden von den USA strikte Beschränkungen gegen Ölexporte aus Iran als Teil der "Kampagne des maximalen Drucks" gegen das Land eingeführt. Kurz nachdem Trump die Vereinigten Staaten aus dem 2015 geschlossenen Atomabkommen mit Teheran herausgeholt hatte, verhängte das Weiße Haus gravierende Sanktionen gegen Teheran. Zudem drohte Washington jedem Land, das Rohöl aus Iran kauft, mit weiteren Sanktionen.

Das Tauschgeschäft mit Sri Lanka erfolgt inmitten ernsthafter finanzieller Herausforderungen für das Land. Sri Jayewardenepura muss im Jahr 2022 Schulden in Höhe von rund 4,5 Milliarden US-Dollar zurückzahlen, angefangen mit einer im Januar fälligen internationalen Staatsanleihe im Wert von 500 Millionen US-Dollar. Nach den jüngsten von der Zentralbank des Landes veröffentlichten Daten sind die Auslandsguthaben Sri Lankas Ende November auf 1,6 Milliarden US-Dollar gesunken.

Anfang Dezember stufte Fitch Ratings die Bonität des Landes von CCC auf CC herab und begründete dies mit dem wachsenden Risiko eines Zahlungsausfalls im nächsten Jahr. Nach Angaben der Agentur muss das Land im Jahr 2022 einen Schuldendienst in Höhe von 6,9 Milliarden US-Dollar in Fremdwährung leisten, was fast 430 Prozent seiner offiziellen Bruttowährungsreserven vom November 2021 entspricht.

Die jährliche Teeproduktion des Landes beläuft sich Berichten zufolge auf etwa 340 Millionen Kilogramm. Im Jahr 2020 exportierte Sri Lanka 265,5 Millionen Kilogramm Tee, was die Ware mit einem Wert von 1,24 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr zur wichtigsten Einnahmequelle des Landes macht.

Dies ist das erste Mal, dass das Land Teelieferungen im Rahmen eines Tauschgeschäfts zur Begleichung von Auslandsschulden verwenden kann, so ein von der Agentur zitiertes hochrangiges Mitglied des Teeausschusses des Landes. Roshan Rajadurai, ein Sprecher der Sri Lanka Planters Association, nannte die Entscheidung jedoch eine "Notlösung der Regierung". Den Medien erklärte er:

"Dies kommt den Exporteuren nicht unbedingt zugute, da wir in Rupien bezahlt werden, wodurch der freie Markt umgangen wird, und bietet uns keinen wirklichen Nutzen."

Mehr zum Thema - Pompeos Werben um Sri Lanka: Weiteres Beispiel wachsender Besorgnis der USA über China

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team