Corona-Krise in Thailand: Touristen-Hochburg Pattaya wird wohl länger geschlossen bleiben

Thailands beliebter Party-Ort Pattaya ist mit am härtesten von der Corona-Krise betroffen. Seit April befindet sich die Küstenstadt in der Provinz Chon Buri erneut im Lockdown. Eine geplante Öffnung im September rückt nun in weitere Ferne.

Eigentlich hoffte die Bevölkerung des beliebten Reiseziels Pattaya im südöstlichen Teil Thailands auf eine dringend notwendige Rückkehr zur Normalität am 1. September. Ab diesem Datum sollten 70 Prozent der Bewohner gegen das Coronavirus geimpft sein, dessen späte Verbreitung in den vergangenen Monaten nach einem Jahr gut überstandener Krise zu strikten Eindämmungsversuchen geführt hatte. Nur unter diesen Bedingungen ging man von einem Erreichen einer Herdenimmunität aus, die den Weg für Besucher aus dem Ausland hätte freimachen können.

Nun sind aber nach Angaben des für die staatliche Tourismusbehörde arbeitenden Apichai Chatchalermkit laut Bangkok Post gerade einmal 33 Prozent der Menschen in Pattaya geimpft worden, sodass nicht mit einer schnellen Wiedereröffnung in den kommenden Monaten gerechnet werden kann.

"Pattayas Plan zur Wiedereröffnung kann ohne diese Bedingungen nicht umgesetzt werden."

Eigentlich war geplant, die seit eineinhalb Jahren nahezu komplett am Boden liegende Tourismusindustrie mit vollständig Geimpften ab September wieder ein wenig anzutreiben und den Anreisenden unter strengen Sicherheitsauflagen einen Aufenthalt in der Stadt ohne zweiwöchige Hotelquarantäne zu ermöglichen. Jährlich waren vor der Pandemie mehr als neun Millionen Besucher nach Pattaya gekommen, das etwa 120.000 Bewohnern Platz bietet, von denen ein Großteil über den Tourismussektor Geld verdiente.

Aktuell herrscht neben dem Ausschankverbot von Alkohol, der Schließung von Klubs und dem Verbot von Restaurantbesuchen sogar eine Sperrung des Strandes, sodass kaum damit zu rechnen ist, dass sich Urlauber auf den Weg zum einst so beliebten Reiseziel machen werden, selbst wenn sie die Möglichkeit besäßen. Unter den derzeitigen Umständen verzweifeln dafür immer mehr Anwohner, die bereits einen langen Atem bewiesen haben und nun ohne Einnahmen oft auf die Ausgabe von Essensspenden angewiesen sind, wie Augenzeugen zu berichten wissen.

Am 1. Juli hatte die Insel Phuket ein Modellprojekt begonnen, das mit zweifacher Impfung versehenen Personen die Einreise genehmigt, aber den Aufenthalt der Ankommenden zwei Wochen lang auf das Inselgebiet beschränkt. Neben steigenden Zahlen positiv Getesteter enttäuschten hier zusätzlich die nicht mit den Prognosen übereinstimmenden Werte bezüglich das Angebot nutzender Touristen. Anstatt der zwischen Juli und September erwarteten 100.000 Personen kamen bislang nur 17.000 Menschen zum Ferienmachen in Thailand. Als Grund hierfür können neben dem Mord an einer 57-jährigen Schweizerin auch die strengen Voraussetzungen für Einreisende gelten.

Neben den Impfbescheinigungen muss ein spezielles Hotel gebucht sein, ein frischer PCR-Test wird verlangt, und im Vorfeld muss man sich über die thailändische Botschaft um ein Certificate of Entry kümmern. Ebenfalls ist eine Krankenversicherung vonnöten, die COVID-19-Infektionen abdeckt. Hinzu kommen Kontrollen im Urlaubsland, die von Tracking-App bis hin zu drei weiteren selbst zu bezahlenden PCR-Tests reichen. Tägliches Fiebermessen im Hotel wirkt dagegen noch machbar.

Ob Pattaya somit unter vergleichbaren Umständen überhaupt zurück ins wilde Leben finden kann, kann somit wohl erst nach Aufhebung der strengen Corona-Beschränkungen in ganz Thailand wirklich in Erfahrung gebracht werden.

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