Asien

Liveticker zur Lage in Afghanistan: Chaos in Kabul

Die Lage in Afghanistan entwickelt sich mit dramatischem Tempo. Viele Menschen versuchen verzweifelt Kabul zu verlassen, doch das US-Militär hat den kommerziellen Flugverkehr eingestellt. Alle aktuellen Entwicklungen im Liveticker von "RT DE".
Liveticker zur Lage in Afghanistan: Chaos in Kabul© @ Twitter
  • 16.08.2021 21:42 Uhr

    21:42 Uhr

    Macron sagt in seiner Rede an die Nation, Afghanistan dürfe nicht wieder zum "Zufluchtsort des Terrorismus" werden

    Islamistische Kämpfer werden versuchen, von den Unruhen in Afghanistan zu profitieren, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron am Montag in einer nationalen Ansprache. Macron fügte hinzu, dass Frankreich alles in seiner Macht Stehende tun werde, um sicherzustellen, dass Russland, die Vereinigten Staaten und Europa mit einem gemeinsamen Ziel reagierten.

    "Afghanistan darf nicht zu dem Zufluchtsort für Terroristen werden, der es einmal war. Es ist eine Herausforderung für den Frieden und die internationale Stabilität, gegen einen gemeinsamen Feind. Wir werden alles tun, was wir können, damit Russland, die Vereinigten Staaten und Europa effizient zusammenarbeiten können, denn unsere Interessen sind dieselben."

  • 21:16 Uhr

    Belgien will Militärflugzeuge zur Evakuierung nach Kabul schicken

    Belgien wird Militärflugzeuge nach Kabul schicken, um belgische Staatsbürger und afghanische Mitarbeiter zu evakuieren, berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Montag.

    Außenministerin Sophie Wilmes erklärte der belgischen Tageszeitung Le Soir, dass die Evakuierung von 47 Belgiern und mehr als 20 Afghanen, die für die belgische Botschaft, die belgische Verteidigung, den Europäischen Auswärtigen Dienst oder die EU-Generaldirektion für Wirtschaft arbeiten, organisiert wird.

    Belgien wird drei militärische Transportflugzeuge entsenden, einen Airbus 400M und zwei Lockheed C-130, berichtete Le Soir.

    (reuters)

  • 21:08 Uhr

    Bundeswehrflugzeug in Kabul zur Umleitung gezwungen

    Das erste Evakuierungsflugzeug der Bundeswehr konnte aufgrund von Menschen auf der Landebahn nicht in Kabul landen und kehrt nun angeblich in die usbekische Hauptstadt Taschkent zurück.

  • 20:38 Uhr

    Russische Botschaft in Kabul bleibt – Taliban haben Versprechen eines friedlichen Übergangs eingehalten

    Der russische Botschafter in Kabul, Dmitri Schirnow, sagte, der Übergang von den afghanischen Sicherheitskräften zu den Taliban-Vertretern sei reibungslos verlaufen, und er habe nicht vor, seinen Posten zu verlassen. Schirnow äußerte gegenüber RT:

    "Man kann nicht sagen, dass die Situation völlig zusammengebrochen ist, da fast die gesamte erwachsene Bevölkerung und die Jugendlichen hier zuvor Waffen in den Händen hielten und es in der Stadt nie ruhig war. Das Wichtigste ist, dass die Taliban, wie sie es versprochen haben, einen friedlichen Übergang der Macht anstreben."

  • 20:08 Uhr

    Merkel zu Afghanistan: "Wir haben die Entwicklung falsch eingeschätzt"

    "Wir alle – und da übernehme ich auch Verantwortung – haben die Entwicklung falsch eingeschätzt." Denn man sei davon ausgegangen, "dass wir länger Zeit haben, Lösungen zu finden, aber die Dinge haben sich beschleunigt. Die afghanische Armee hat keinen Widerstand geleistet – aus welchen Gründen auch immer."

  • 19:30 Uhr

    Heiko Maas: Deutschland hat die Lage in Afghanistan "falsch eingeschätzt"

    Die deutsche Bundesregierung und ihre Nachrichtendienste hätten die Lage in Afghanistan "falsch eingeschätzt", sagte Außenminister Heiko Maas am Montag in einer Erklärung. Maas sagte:

    "Da gibt es nichts zu beschönigen. Weder die Bundesregierung noch ihre westlichen Partner einschließlich der Nachrichtendienste hätten die aktuelle Entwicklung so vorhergesehen. Die Geschwindigkeit, mit der sich die afghanischen Sicherheitskräfte zurückgezogen haben, kapituliert haben, haben weder wir noch unsere Partner noch unsere Experten so weit vorausgesehen." 

  • 18:43 Uhr

    Merkel erwartet mehr Afghanistan-Flüchtlinge nach Taliban-Machtübernahme

    Deutschland müsse dringend bis zu 10.000 Menschen aus Afghanistan evakuieren, für die es Verantwortung trage, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor Parteikollegen und warnte, dass die Folgen des Konflikts noch sehr lange andauern würden.

    Die Äußerungen, die auf einer nichtöffentlichen Sitzung der CDU am Montag gemacht und von Sitzungsteilnehmern weitergegeben wurden, spiegeln die wachsende Besorgnis über das Blutvergießen in Afghanistan wider, nachdem die Taliban die Hauptstadt eingenommen und den Frieden ausgerufen haben.

    "Wir erleben schwierige Zeiten", so die Kanzlerin. "Jetzt müssen wir uns auf die Rettungsmission konzentrieren."

    Merkel sagte, zu den zu evakuierenden Personen gehörten 2.500 afghanische Hilfskräfte sowie Menschenrechtsaktivisten, Anwälte und andere, die die Regierung als gefährdet ansieht, wenn sie im Land bleiben. Insgesamt gehe es um rund 10.000 Menschen.

    Sie sagte auch, dass Berlin mit den an Afghanistan angrenzenden Ländern zusammenarbeiten sollte, um die Menschen zu unterstützen, die jetzt fliehen: "Dieses Thema wird uns noch sehr lange beschäftigen."

    CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak erklärte jedoch, dass Deutschland die Situation in Afghanistan nicht durch eine Wiederholung der Politik der offenen Tür, die es bereits 2015 verfolgte, lösen könne.

    Vor sechs Jahren öffnete Deutschland seine Grenzen für mehr als eine Million Migranten, viele von ihnen Syrer, die vor Krieg und Armut flohen – ein mutiger Schritt, der Merkel im Ausland Beifall einbrachte, sich aber im Inland als umstritten erwies und das Ansehen ihrer Partei schwächte.

    "Für uns ist klar, dass sich 2015 nicht wiederholen darf", sagte Ziemiak gegenüber n-tv. "Wir werden die Afghanistan-Frage nicht durch Migration nach Deutschland lösen können."

    Merkel, die seit 2005 im Amt ist, will nach der Bundestagswahl am 26. September zurücktreten. Armin Laschet, der Kanzlerkandidat der CDU für die Bundestagswahl, sagte, Afghanistan sei das größte Fiasko der NATO seit ihrer Gründung.

    Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer teilte mit, dass Deutschland Spezialkräfte und Fallschirmjäger eingesetzt habe, um bei der Evakuierung zu helfen, und fügte hinzu, dass es sich um eine "extrem gefährliche Operation" für deutsche Truppen handele.

    "Solange es möglich ist, wird die Bundeswehr so viele Menschen wie möglich aus Afghanistan herausholen und die Luftbrücke aufrechterhalten", sagte sie und fügte hinzu, dies hänge von der Bereitschaft der Vereinigten Staaten ab, den Flughafen offen zu halten.

    (reuters)

  • 17:55 Uhr

    Weißes Haus: Biden hält am Montagabend Rede über den Zusammenbruch Afghanistans 

    US-Präsident Joe Biden hält am Montagabend vom Weißen Haus aus eine Rede, nachdem die Taliban am Wochenende den Präsidentenpalast in der kriegsmüden afghanischen Hauptstadt Kabul eingenommen haben.

  • 17:34 Uhr

    Sacharowa: Die USA wollen nicht für ihre geopolitischen Experimente verantwortlich sein

    Die US-Führung habe sich jahrzehntelang vor der Verantwortung für ihre geopolitischen Experimente gedrückt, schrieb die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Montag laut der russischen Nachrichtenagentur TASS auf ihrem Telegram-Kanal.

    Im Zusammenhang mit der Verschärfung der Lage in Afghanistan und der Machtübernahme der Taliban in der Islamischen Republik nach der Ankündigung des US-Präsidenten Joe Biden vom 14. April über den Abzug der US-Truppen erinnerte die Diplomatin daran, wie der 40. US-Präsident Ronald Reagan Ende 1983, 1984 und 1985 zu den Afghanen sprach. Sacharowa erklärte:

    "Jede Rede enthielt eine obligatorische Passage, in der die 'Freiheitskämpfer' in Afghanistan begrüßt wurden."

    Die Sprecherin wies darauf hin, dass Reagan die Mudschahedin als Bewegung der einheimischen Bevölkerung bezeichnete, die dazu bestimmt sei, die ausländische Militärmacht herauszufordern, die ihre Religion und ihre Lebensweise bedrohe, und dass die US-Amerikaner ihre unglaubliche Tapferkeit begrüßten und die Aktionen der Sowjetunion in dieser Republik aufmerksam verfolgten. Sacharowa zitierte Reagan mit den Worten:

    "In gewissem Sinne hat sich der Kampf um Afghanistan von den Bergen Afghanistans selbst auf das weite Feld der Weltöffentlichkeit verlagert. So kommt es, dass die Sowjets den Krieg in die Länge ziehen und die Nachrichten über die täglichen Gräueltaten, die sie begehen, verdrängen. Sie warten darauf, dass die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit nachlässt, dass unsere Empörung nachlässt. Dann, so glauben sie, wird die Unterstützung der freien Welt für die Freiheitskämpfer nachlassen."

    Sacharowa fügte hinzu:

    "Dies ist tatsächlich ein direktes Zitat. Der historische Beweis für die geopolitischen Experimente der USA, für die sie nie die Verantwortung übernommen haben."

  • 16:31 Uhr

    Russischer Botschafter in Kabul trifft am Dienstag mit Koordinator der Taliban-Führung zusammen

    Die russische Nachrichtenagentur TASS meldet, dass der russische Botschafter in Afghanistan, Dmitri Schirnow, am Dienstag mit dem Koordinator der Taliban-Führung zusammentreffen wird, um die Sicherheit der russischen Botschaft zu besprechen. Das sagte der Gesandte des russischen Präsidenten in Afghanistan, Samir Kabulow, in einem Interview mit dem Moskauer Radiosender Echo. Kabulow erklärte:

    "Unser Botschafter steht in Kontakt mit Vertretern der Taliban-Führung. Morgen wird er sich, wie er mir vor zehn Minuten sagte, mit dem Koordinator der Taliban-Führung für die Gewährleistung der Sicherheit, einschließlich unserer Botschaft, treffen."

    Der russische Botschafter werde mit dem Taliban-Vertreter die Einzelheiten des Außenschutzes der diplomatischen Vertretung der Russischen Föderation besprechen, so Kabulow.

    Kabulow betonte auch, dass "die russische Führung eine Entscheidung über die Anerkennung des Regimes der Taliban-Bewegung treffen wird, je nachdem, wie verantwortungsvoll sie das Land regieren werden". Der russische Diplomat sagte:

    "Niemand wird in dieser Hinsicht etwas überstürzen. Die Anerkennung oder Nichtanerkennung wird vom Verhalten der neuen Behörden abhängen. Wir werden genau beobachten, wie verantwortungsbewusst sie das Land in naher Zukunft regieren werden. Nach diesen Ergebnissen wird die russische Führung die notwendigen Schlussfolgerungen ziehen."

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